Medizinische Hilfe für Flüchtlinge: Charité schickt zwei Ärzte zum Lageso

Die medizinische Versorgung der Flüchtlinge vor der Erstaufnahmestelle in der Moabiter Turmstraße soll neu geregelt werden. In den vergangenen Monaten haben sich ehrenamtliche Ärzte und Helfer um die kranken Menschen gekümmert, nun übernehmen das zusätzlich Mediziner der Charité. So vereinbarten es am Mittwoch Charité-Chef Karl Max Einhäupl und Gesundheitssenator Mario Czaja ...

BLZ
3 Min

Die medizinische Versorgung der Flüchtlinge vor der Erstaufnahmestelle in der Moabiter Turmstraße soll neu geregelt werden. In den vergangenen Monaten haben sich ehrenamtliche Ärzte und Helfer um die kranken Menschen gekümmert, nun übernehmen das zusätzlich Mediziner der Charité. So vereinbarten es am Mittwoch Charité-Chef Karl Max Einhäupl und Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU).

Der Einigung ging eine Intervention des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) voraus. Nachdem die Kritik an den Zuständen vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) immer lauter wurde, telefonierte Müller Anfang der Woche sowohl mit Einhäupl als auch mit Vivantes-Chefin Andrea Grebe. Beide sollen sich dem Vernehmen nach sofort zur Hilfe bereiterklärt haben. Sie hätten sich zudem verwundert gezeigt, warum Czaja die Unikliniken nicht längst um Unterstützung gebeten habe, hieß es in Senatskreisen.

Neue Räumlichkeiten an der Turmstraße

Wie Czaja mitteilte, will die Charité zunächst zwei hauptamtliche Ärzte vor dem Lageso einsetzen. Entsprechende Voraussetzungen würden im Moment geschaffen, sagte der Senator. So sollen neue Räumlichkeiten in der Median-Klinik an der Turmstraße hergerichtet werden. Die ehrenamtlichen Mediziner, denen laut Czaja „für ihr großartiges Engagement zu danken ist“, könnten ihre Arbeit fortsetzen.

Die Charité engagiert sich schon seit längerem in der Flüchtlingshilfe. Sie stellt die medizinische Basisversorgung in der Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne in Spandau und in den Sporthallen am Olympiagelände sicher. Auch in der neuen Erstaufnahmestelle in der Wilmersdorfer Bundesallee hat die Charité die Versorgung übernommen. Darüber hinaus bieten Charité-Experten psychologische Sprechstunden für traumatisierte Flüchtlinge an.

Die Lage vor dem Lageso scheint sich indes langsam zu entspannen. Zwar warteten am Mittwoch noch rund 200 Asylbewerber, doch seien es deutlich weniger als in den vergangenen Wochen, sagte ein Sprecher. Die Registrierung aller neu ankommenden Flüchtlinge in der Bundesallee habe die Situation deutlich verbessert. Zudem können die Flüchtlinge jetzt auch drinnen warten. Zum Schutz vor Kälte und Regen wurde ein ehemaliger Hörsaal im Haus J geöffnet. (mit dpa)

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema