Wirtschaft

Südkorea startet milliardenschwere Chip-Offensive mit Samsung

Die Regierung will Produktionskapazitäten im Südwesten des Landes schaffen und geplante Speicherchipfabriken im Großraum Seoul schneller fertigstellen.

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Werk von SK Hynix in Icheon: Der Konzern soll an der neuen Chipregion im Südwesten Südkoreas mitbauen.

Werk von SK Hynix in Icheon: Der Konzern soll an der neuen Chipregion im Südwesten Südkoreas mitbauen.

© Lee Jae-Won/imago

Südkorea will im Südwesten des Landes eine zweite große Chipregion aufbauen. Nach Angaben von Industrieminister Kim Jung-kwan sollen die Konzerne Samsung Electronics und SK Hynix 800 Billionen Won, umgerechnet rund 457 Milliarden Euro, in vier neue Speicherchipfabriken investieren.

Kim stellte den Plan am Montag bei einem Treffen zu Investitionen vor, das von Präsident Lee Jae-myung geleitet wurde. Das Paket umfasst Halbleiter, Physical AI und KI-Rechenzentren. Physical AI meint KI-Systeme, die in Maschinen, Robotern oder autonomen Systemen eingesetzt werden.

Die neuen Produktionsstandorte sind in Gwangju und in der Jeolla-Region vorgesehen. Sie sollen den bestehenden Schwerpunkt im Großraum Seoul ergänzen. Kim begründete den Schritt damit, dass ein einzelner Produktionsschwerpunkt nicht mehr ausreiche, um die steigende Nachfrage nach Halbleitern zu bedienen. Der Ausbau im Raum Seoul stoße an Grenzen bei Strom, Wasser und Flächen.

Die Regierung will zugleich bereits geplante Fabriken im Großraum Seoul schneller fertigstellen. Nach Angaben des Ministers sollen Zeitpläne von Mitte bis Ende der 2040er-Jahre auf die Mitte der 2030er-Jahre vorgezogen werden. Damit soll Südkoreas DRAM-Kapazität binnen fünf Jahren verdoppelt werden. DRAM sind Speicherchips, die unter anderem in Computern und Smartphones eingesetzt werden.

Infrastruktur als Engpass

Samsung und SK Hynix gehören zu den weltweit wichtigsten Herstellern von Speicherchips. Besonders wichtig für KI-Systeme sind HBM-Chips. Dabei werden mehrere DRAM-Schichten übereinandergelegt, damit Prozessoren schneller auf große Datenmengen zugreifen können.

Reuters berichtete, Samsung habe Gwangju als Standort für seinen neuen Chipcluster genannt. SK-Hynix-Chef Chey Tae-won sagte demnach, sein Unternehmen brauche noch Zeit, um einen Standort festzulegen und die nötige Infrastruktur im Südwesten zu sichern.

Die Regierung kündigte nach Angaben der Nachrichtenagentur Yonhap schnellere Genehmigungen, schnellere Bauverfahren und Investitionen in kritische Infrastruktur an. Dazu gehören Stromversorgung und Industriewasser. In der Chungcheong-Region sollen zudem 81 Billionen Won, umgerechnet rund 46,3 Milliarden Euro, in Anlagen für moderne Chipverpackung, also das Verbinden mehrerer Chip-Bausteine zu leistungsfähigeren Komponenten, fließen.

Fachleute verwiesen laut Reuters auf die Risiken des Plans. Moderne Chipfabriken brauchen große Mengen Strom und Wasser, leistungsfähige Logistik, Zulieferer und hochqualifizierte Arbeitskräfte. SK-Hynix-Chef Chey sagte laut Reuters, der Aufbau des SK-Hynix-Clusters in Yongin habe neun Jahre gedauert.

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