Am Anfang ein Witz: Im aktuellen Bühnenprogramm des österreichischen Kabarettisten Josef Hader nämlich ist ein Skoda -unterstellen wir einfach mal, dass es ein Roomster sei -für eine ziemlich zentrale Pointe gut. Wobei die eigentliche Pointe dabei gerade ist, dass man über einen Skoda eigentlich keine Pointen machen kann.Witze erzählt man sich über Mercedes-, Opel- oder Porschefahrer. Über den typischen Skodafahrer aber trifft Hader diese treffend beobachtete Aussage: Der sei am Ende doch sogar noch stolz auf so eine radikal rationale Vernunftentscheidung. Und auf sein cleveres Geschäft. Baut Skoda letztlich also Autos für Langweiler?Aber andererseits: In dieser Gegenwart des ökologischen wie gesellschaftlichen Klimawandels, in der aus der Spaßmaschine Automobil eben auch eine Spaßbremse geworden ist, ist das Image der Vernunftentscheidung sicher nicht das schlechteste Verkaufsargument.In diesem Sinne fertigt Skoda mit dem Roomster Greenline seit wenigen Wochen den sparsamsten Minivan auf dem europäischen Markt. Und fährt seiner Muttermarke Volkswagen dabei einmal mehr um eine Stoßfängerlänge voraus. Aus Mangel an Modellvarianten nämlich kann die Marke Volkswagen das neue Sparwunder des Großkonzerns, einen 1,2-Liter-Common-Rail-Diesel (drei Zylinder, 75 PS und passable 195 Newtonmeter Drehmoment) nur im deutlich kleineren VW Polo Bluemotion einsetzen. Und der ist nun einmal kein Auto für den Familienurlaub.Wobei der Roomster -seit 2006 produziert und im vergangenen Frühjahr mit ruhiger Hand effektiv überarbeitet -durchaus weniger mit seiner Größe protzt als vielmehr mit seiner Kompaktheit kokettiert.Auf der Grundfläche eines typischen Golfklässlers gibt er den parkraumfreundlichen Stadtnomaden. Gefällig folgt er den meisten Bedürfnissen seiner Benutzer. Bietet auf den einzeln wegklapp- und ausbaubaren Rücksitzen angenehm viel Knie- und Kopffreiheit.Komfortwerte, zu denen auch ein exzentrisch langer Radstand beiträgt, der annähernd auf dem Niveau gut dreißig Zentimeter längerer Mittelklassekombis liegt. Und durch den auch optisch gelungenen Breitenzuwachs ab der B-Säule wird der Rommster tatsächlich zu einem Verpackungskünstler, der die Aufgaben unserer Freizeitgesellschaft stoisch stemmt. Zwei Mountainbikes oder die Kommode vom Antikflohmarkt, immer hereinspaziert!Solide und -zumal im Vergleich zum lauthals nagelnden Vorgängermotor -akustisch angenehm unterambitioniert agiert derweil der neue Common-Rail-Diesel. Einzig im innerstädtischen Stop-and-go wird ein allzu schaltfauler Fahrstil hin und wieder ausgebremst, verlangt der kleine Motor auch nach kleinen Gängen. Einmal auf Trab gebracht aber bleibt die Fahrt ein Fest, bei dem die Zeche keinen ärgern muss.Ambitionierte 4,2 Liter Diesel gibt Skoda selbst als Normverbrauch an. Reelle 4,7 Liter waren es im Testbetrieb. Bemerkenswert: Sogar nach längeren Autobahnpassagen stand eine Vier vor dem Komma. Und das, obwohl der Spritspar-Roomster bis auf Weiteres ohne Sechsganggetriebe daherrollt, welches die Drehzahl und somit den Verbrauch auf längeren Hochlast-Passagen noch einmal merklich senken könnte. Was, liebe Autobauer, durchaus als genereller Appell zum serienmäßigen sechsten Gang verstanden werden darf.Die Summe seiner Eigenschaften -sein Platz und sein Preis, die kompakten Außenmaße und das serienmäßig überdurchschnittlich gut ausgestattete Innenleben -machen den tschechischen Volkswagen zu einer ziemlich lustvollen Vernunftentscheidung. Mehr Auto braucht eigentlich kein Mensch. Aber es steckt ja auch ganz schön viel Auto in einem Skoda Roomster Greenline.------------------------------AUTOGRAMMMotor/Antrieb: Dreizylinder-Common-Rail-Diesel, 1198 cm3, 75PS, 195 Newtonmeter, Start-Stopp-System, Fünfgang-Getriebe, Euro 5.Abmessungen: 4,21 Meter lang, 1,68 Meter breit, 1,61 hoch, Laderaum 450-1780 Liter.Fahrleistungen: 162 km/h, von 0 auf 100 km/h in 15,5 Sekunden.Verbrauch: (laut Hersteller) Stadt 5,0 Liter, über Land 3,7 Liter, Mix 4,2 Liter.CO2-Ausstoß: 109 Gramm pro Kilometer.Ausstattung: Sitzsystem Varioflex, Start-Stopp-Automatik, Klimaanlage, Tempomat, CD-Radio inkl. iPod-Anschluss, Nebelscheinwerfer mit integriertem Tagfahrlicht.Extras: Beheizbare Vordersitze (230 Euro), Dachreling (160 Euro).Preis: 18090 Euro.Fahreigenschaften+ + + Gefällig unauffällig. Leichtgängige und präzise Lenkung, knackig-kurze Schaltwege.Motor und Verbrauch+ + + +Die Vier vor dem Komma steht: der Roomster spart in Theorie und Alltag.Innenraum+ + + Tiefschwarze Oberflächen, aufgeräumte Optik: Das Cockpit wurde merklich aufpoliert. Gut nutzbares Ladeabteil.Sicherheit+ + - Sechs Airbags, ABS, ESP serienmäßig -keine Fond-Airbags lieferbar.Preis+ + + Sehr guter Preis, auch aufgrund einer umfangreichen Serienausstattung.------------------------------ALTERNATIVENOpel Meriva 1.3 CDTI: Die gegenläufigen Türen sind das Alleinstellungsmerkmal des 4,28 Meter langen Rüsselsheimers. Deutlich schlechtere Basisausstattung (weder Radio noch Klimaanlage), dafür ein durchzugsstarker 95-PS-Diesel (Normverbrauch 4,5 Liter).Preis: ab 18500 Euro. VW Caddy Bluemotion: Der ebenfalls frisch geliftete Caddy holt seine 75 PS aus einem 1,6-Liter-Diesel. Dementsprechend höher (5,3 Liter) ist der Normverbrauch des merklich größeren (4,44 Meter) und schwereren VW. Praktische Schiebetür, spartanische Grundausstattung.Preis: 18600 Euro.Citroen C3 Picasso: Der Franzose fährt in Sachen Ausstattung auf Augenhöhe mit dem Roomster. Ambitioniertes, aber verspieltes Design, die kürzeren Außenmaße (4,08 Meter) merkt man im Ladeabteil. Versprochener Normverbrauch des kultivierten 90-PS-Diesel: 4,6Liter.Preis: 19750 Euro.------------------------------Foto: Es gibt Autos, die sparsamer sind als der Roomster Greenline -keines davon ist ein vollwertiger Familienvan.
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