Gesundheit

Masern in Berlin: Schon acht Fälle in diesem Jahr

Seit Dezember steigen die Maserninfektionen in Berlin und europaweit. Das Virus greift nach einer Pandemie-Verschnaufpause wieder stärker um sich.

Team News dpa/BLZ
2 Min
Maserninfektionen in Berlin: In Kitas und Schulen gilt eine Masern-Impfpflicht.

Maserninfektionen in Berlin: In Kitas und Schulen gilt eine Masern-Impfpflicht.

© Julian Stratenschulte/dpa

In Berlin sind in diesem Jahr vermehrt Maserninfektionen nachgewiesen worden. In den ersten Wochen seit dem Jahreswechsel wurden acht Fälle bestätigt, die Zahl liegt damit über dem Median der Jahre 2015 bis 2019 von fünf, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) in seinem aktuellen wöchentlichen Bericht zu Infektionskrankheiten mitteilte. Im Jahr 2023 war gut ein Dutzend Menschen an der Infektion erkrankt, während es in der Coronapandemie nur einzelne Fälle gab.

Europaweit sei seit Dezember ein starker Fallzahlanstieg zu beobachten, erklärt das Lageso zum Hintergrund. Betroffen seien vor allem Großbritannien und Rumänien. Ärztinnen und Ärzte wurden gebeten, bei Patienten mit Fieber und Hautausschlag unabhängig vom Alter eine Maserninfektion in Betracht zu ziehen. Für 2024 verzeichnet das RKI bundesweit bisher rund 45 Fälle (Datenstand 13. Februar) – im gesamten Vorjahr waren es 80.

Das Virus greift damit nach einer Pandemie-Verschnaufpause wieder stärker um sich. Coronamaßnahmen hatten die internationale Ausbreitung auch vieler weiterer Krankheitserreger sehr stark gemindert.

Masern-Infektion wird über Tröpfchen und Aerosole übertragen

Masern sind laut RKI eine der ansteckendsten Krankheiten beim Menschen überhaupt. Übertragen werden sie unter anderem über Tröpfchen und Aerosole, die etwa beim Sprechen, Husten und Niesen abgegeben werden. Ist man ungeschützt, kann es laut RKI für eine Infektion ausreichen, sich im gleichen Raum wie ein Erkrankter aufzuhalten. Seit März 2020 gilt hierzulande eine Masern-Impfpflicht, die bei Kitas und Schulen ansetzt.

Masern werden oft für eine harmlose Kinderkrankheit gehalten, dieser Ansicht widersprechen Fachleute aber deutlich. Es erkranken nicht nur Kinder, außerdem sind Komplikationen und ernste Spätfolgen möglich. Im Lageso-Bericht wird ein jüngst gemeldeter Fall eines Menschen zwischen 20 und 30 Jahren geschildert: Dieser sei nicht gegen Masern geimpft gewesen und im Krankenhaus behandelt worden. Wer die Krankheit durchgemacht hat, ist in der Regel lebenslang dagegen immun.

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