Mehl und Brot sind Grundnahrungsmittel. Schon deshalb müssen sich die Verbraucher darauf verlassen können, dass die Produkte gute Qualität haben. Frisches Brot ist immer schwerer zu bekommen, weil immer mehr kleine Bäcker aufgeben. Aber selbstverständlich müssen auch Backwaren aus Schnellbäckereien und Supermärkten frei von Ekelstoffen und Gift sein. Zweifel daran erschüttern das Vertrauen in die Gesamtheit der Mühlen und Großbäckereien.Wie Recherchen der Berliner Zeitung belegen, gehen leider nicht alle Produzenten, Spediteure und Abnehmer von Mehl verantwortungsbewusst damit um. Dass es Probleme mit Schimmel beim Transport von Mehl in Silowagen gibt, haben die Bäcker- und Müllerverbände nun eingeräumt, doch es seien Einzelfälle. Tatsächlich handelt es sich um eine strukturelle Frage. Reinigen kostet Geld, und staatliche Kontrollen muss kaum jemand befürchten, denn in den Ämtern wurden viele Stellen abgebaut. Eine Lücke, die Teile der Lebensmittelindustrie ausnutzen. Schimmelverseuchtes Mehl ist aber nicht nur eklig, sondern auch gefährlich.Dabei ist die Sache einfach. Gesundes Brot gibt es nur, wenn das Mehl sauber ist. Es müssen daher Mindeststandards gesetzlich vorgeschrieben werden: Reinigungsintervalle und Höchstkeimzahlen für Tanklaster. Doch auch die Verbraucher sind gefragt. Wer es immer billiger will, zahlt irgendwann den Preis - mit seiner Gesundheit.
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