Im Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg haben die Bauarbeiten für den geplanten Zaun begonnen. Nach Angaben des Bezirksamts soll die Anlage künftig nachts geschlossen werden, um Drogenhandel und Kriminalität einzudämmen. Gleichzeitig versuchen Anwohner, mit eigenen Mitteln gegen den Drogenkonsum in den angrenzenden Straßen vorzugehen – etwa indem sie Reisig auf Beeten auslegen, um Aufenthalte vor ihren Häusern zu verhindern.
Sozialarbeiter David Kiefer von der Initiative „Görli zaunfrei“ kritisiert das Vorhaben als Symbol einer falschen Strategie. Ein Zaun löse keine Probleme, sondern verdränge sie, sagte er dem RBB. Stattdessen fordert er mehr Präventions- und Hilfsangebote – etwa Konsumräume mit längeren Öffnungszeiten, Arbeitserlaubnisse für Asylsuchende und Unterkünfte für Obdachlose.
Bezirk verweist auf Sicherheitslage
Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg hält an den Plänen fest. Ziel sei es, den Park in den Nachtstunden sicherer zu machen und den Drogenhandel einzudämmen. Erste Zaunteile wurden bereits angeliefert, an mehreren Stellen laufen Rückbauarbeiten an den Mauern. Nach RBB-Informationen ist allerdings noch offen, ob der Zaun tatsächlich regelmäßig geschlossen wird – rechtliche und finanzielle Details stehen noch aus.
Im Park selbst treffen weiterhin viele verschiedene Gruppen aufeinander: Familien, Spaziergänger, Drogenkonsumenten und Sozialarbeiter. Beobachter sprechen von einem Ort, an dem Alltag, soziale Konflikte und Sicherheitsfragen eng beieinanderliegen. Der Görlitzer Park gilt seit Jahren als Brennpunkt der Berliner Drogenpolitik und als Symbol für die Frage, wie offene öffentliche Räume zugleich sicher und sozial bleiben können.
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