In Stuttgart habe ich früher als Barmann gearbeitet, aber in Berlin finde ich nicht so einfach einen Job. Deswegen verkaufe ich Würstchen. Auch wenn das manchmal nicht so viel Spaß macht, vor allem, wenn ich zu wenig verkaufe. Das passiert zum Beispiel, wenn es regnet – mich stört das nicht, ich habe ja einen Schirm am Grill – aber es kommen dann weniger Leute. Die Kunden sagen alle nur langweilige Dinge, aber ich darf mich ohnehin nicht zu lange mit ihnen unterhalten – dann verkaufe ich zu wenig. Sie halten kurz an, bestellen, nehmen die Wurst, geben mir das Geld und verschwinden wieder.
Ich arbeite von Montag bis Sonntag, aber an einem Tag in der Woche habe ich frei. Wann, bestimmt mein Chef. In dieser Woche ist es der Donnerstag. Dann werde ich meinem einzigen Hobby nachgehen. Mit anderen Jungs zusammen spiele ich Strategiespiele mit Armeefiguren. Wir stehen an einem Tisch und spielen mit Würfeln und Schablonen. Die Figuren muss man erst sammeln, dafür gebe ich einen großen Teil meines Lohnes aus. Deshalb muss ich auch so viel arbeiten. Ich habe schon 30 Männer, ein Flugzeug, einen Panzer und einen Anführer zusammen.
Notiert von Kirsten Stamer.
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