Meister der Effizienz

Theofanis Gekas

Michael Jahn
2 Min

Es ist an der Zeit, dass Michael Skibbe, der Trainer von Eintracht Frankfurt, ein Dankschreiben nach England schickt. Adressat: Paul Hart, derzeit Trainer ohne Job. Hart, 57, war es, der als Coach des FC Portsmouth im Frühjahr 2009 das Kunststück fertigbrachte, den Angreifer Theofanis Gekas beinahe ein halbes Jahr lang auf die Ersatzbank zu verbannen. Er ließ den Griechen, der an Portsmouth ausgeliehen war, bis zum vorletzten Spieltag der Saison auf seinen Einsatz warten. Dann trieb er das seltsame Spielchen weiter: Er wechselte Gekas in der 90. Minute ein, mehr als eine kurze Ballberührung war nicht drin. Gekas ging zurück nach Deutschland, Paul Hart wurde wenig später seinen Job los. Mit Abstand betrachtet aber hat Hart Gutes getan. Er hat Gekas auf Torentzug gesetzt. Er hat ihn heiß gemacht für spätere Zeiten, er hat seine Sehnsucht nach dem geliebten Torjubel ins Unermessliche gesteigert. Die Bundesliga kann glücklich sein, sie erlebt die späten Auswirkungen des schlimmen Entzugs. Sechs Mal traf Gekas in der Vorsaison für Hertha BSC, aber erst jetzt, bei Eintracht Frankfurt, ist der Entzug in regelrechte Torwut umgeschlagen. Zwei Mal traf Gekas beim 3:1 seines Teams auf St. Pauli. Einen Elfmeter versenkte er traumwandlerisch sicher, beim zweiten Treffer erwarb er sich die Höchstnote für den künstlerischen Wert. Mit neun Treffern führt Gekas die Liste der Torjäger an, ein Ende seiner Serie ist nicht in Sicht. Da er auch noch zwei Assists zu Buche stehen hat, war er bislang an 64,7 Prozent aller Eintracht-Treffer beteiligt. Auf St. Pauli hatte Gekas die wenigsten Ballkontakte (24). Seine beiden einzigen Schüsse landeten im Tor. Mehr geht nicht. (mj.)------------------------------Foto: Serientäter: Der Grieche Theofanis Gekas trifft für Eintracht Frankfurt, wie er will.

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