Merkel äußerte sich in der Dokumentation „Am Puls mit Mitri Sirin“, die am Einheitsfeiertag an diesem Dienstag im ZDF ausgestrahlt wird. Dort sprach sie auch davon, dass sie kein Verständnis dafür habe, wenn Menschen die AfD wählen. „Wenn man sich sozusagen auf Kosten anderer Menschen, auch anders aussehender Menschen und Menschen mit anderer Biografie profiliert, dann ist das nichts, wofür ich Verständnis habe.“ Sie verstehe, dass man über manches verärgert sei. Aber sie sei nicht bereit zu akzeptieren, dass man deshalb Ideen und Gedankengut unterstütze, die für sie nichts mit Toleranz zutun hätten. „Da würde ich immer dagegen argumentieren und würde sagen, man kann in dieser demokratischen Gesellschaft auch anders seine Kritik und seinen Ärger zum Ausdruck bringen.“
Unterschied zwischen DDR und dem persönlichen Leben
Für Merkel gibt es einen Unterschied zwischen dem Staat DDR und dem persönlichen Leben dort. „Die DDR hat es trotz aller Versuche, Jugendliche immer wieder zu beeinflussen, natürlich nicht geschafft, die Familie zu ersetzen. Man hatte Freunde, man hat gefeiert, wir sind mit den Eltern in den Urlaub gefahren. Das waren ja alles Erlebnisse“, sagte sie dem ZDF.
„Und dann gibt es noch die prägenden Erlebnisse durch den Staat. Ich meine, die Anwesenheit von Freiheit formt Menschen, aber die Abwesenheit von Freiheit formt sie ja auch.“ Sie habe immer auch darüber geredet, dass es einen Unterschied gebe „zwischen dem Staat DDR, dessen Überwindung wir natürlich alle begeistert gefeiert haben und einem persönlichen Leben, das ja in jedem Land mehr ist als nur die staatliche Struktur“. Merkel äußerte sich in der Dokumentation „Am Puls mit Mitri Sirin“, die am Einheitsfeiertag an diesem Dienstag im ZDF ausgestrahlt wird.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de