Engagement

Merz wirbt bei jungen Menschen für Einsatz in Parteien

Beim Katholikentag in Würzburg fordert der Kanzler mehr Engagement in der Kommunalpolitik. Eine Absenkung des Wahlalters bei Bundestagswahlen lehnt er zugleich ab.

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Junge Demonstranten protestieren beim 104. Deutschen Katholikentag gegen den Besuch von Bundeskanzler Merz.

Junge Demonstranten protestieren beim 104. Deutschen Katholikentag gegen den Besuch von Bundeskanzler Merz.

© Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat junge Menschen in Deutschland zu mehr Engagement in politischen Parteien aufgerufen. Beim Deutschen Katholikentag in Würzburg appellierte er an die junge Generation, sich vor allem in den Kommunen einzubringen und Parteien der politischen Mitte beizutreten. Eine Absenkung des Wahlalters auf Bundesebene lehnte Merz zugleich ab.

Er habe über die Jahre eine größere Bereitschaft festgestellt, „sich punktuell für ein bestimmtes Thema zu engagieren“, sagte Merz in einer Diskussionsrunde mit jungen Menschen. Die Bereitschaft, „sich in der Breite für alles zu engagieren, also in einer politischen Partei“, sei hingegen kleiner geworden.

Die kommunale Ebene gestalte „die örtlichen Bedingungen des Zusammenlebens“, sagte der Kanzler. Dort brauche es vor allem junge Menschen, die sich nicht nur punktuell, sondern in der ganzen Breite der Themen engagierten.

„Ohne Parteien ist Demokratie keine Demokratie mehr“

Merz warb auch dafür, in eine politische Partei einzutreten, „vor allem die politischen Parteien der Mitte“. Diese müssten gestärkt werden. „Wir leben von unseren Mitgliedern. Wenn keiner mehr hingeht, ist die Demokratie am Ende.“ Punktuelles Engagement etwa in Musik, Sport oder Naturschutz könne ein dauerhaftes Engagement nicht ersetzen. Die politischen Parteien seien „die Pfeiler unserer Demokratie“, betonte Merz.

Skepsis gegenüber Wahlalter ab 16 im Bund

Auf eine Frage aus dem Publikum, ob eine bundesweit einheitliche Regelung des Mindestwahlalters sinnvoll wäre, äußerte sich der Kanzler skeptisch zu einer Herabsetzung für den Bundestag. „Wenn wir es machen würden, wäre es schwer zu begründen, warum wir nur das aktive Wahlrecht herabsetzen, aber das passive Wahlrecht nicht.“

Das aktive Wahlrecht berechtigt zur Wahl politischer Vertreter, das passive Wahlrecht zum Antreten als Kandidat. Bei der jüngsten Landtagswahl in Baden-Württemberg durften erstmals auch Jugendliche ab 16 Jahren abstimmen, ebenso bei Europawahlen und vielfach in den Kommunen.

Merz verwies darauf, dass das Wahlrecht auf Bundesebene an die Volljährigkeit gebunden sei und eine große Verantwortung mit sich bringe. „Wir treffen im Deutschen Bundestag Entscheidungen für 84 Millionen Menschen in Deutschland, und deswegen glaube ich, ist es richtig, aktives und passives Wahlrecht im gleichen Alter zu belassen.“ (mit AFP)

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