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Kriminalität

„Wir sind absolut fassungslos“: 28-Jähriger attackiert Beamten – Polizei äußert sich

Ein 28-Jähriger ist verärgert, weil er auf der Polizeistation um Geduld gebeten wird. Die Situation eskaliert – ein Polizist liegt nun auf der Intensivstation.

Team News Eva Maria Braungart Eva Maria Braungart/Carola Tunk/Morris Pudwell
2 Min
Ein Polizist wurde am Freitagabend lebensgefährlich verletzt.

Ein Polizist wurde am Freitagabend lebensgefährlich verletzt.

© Morris Pudwell

Ein Mann hat am Freitagabend in Neukölln einem Polizisten in den Hals gestochen. Wie die Berliner Polizei mitteilte, war der 28-Jährige zuvor auf einer Polizeistation, um eine Anzeige aufzugeben, und war um etwas Geduld gebeten worden. Stattdessen verließ er jedoch das Gebäude und hantierte an einem Polizeifahrzeug mit einem Messer.

Als ein 31-jähriger Polizist ihn ansprach, kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung mit dem 28-Jährigen. In deren Verlauf erlitt der Polizist eine erhebliche Stichverletzung am Hals, das teilte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin mit. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen liegen laut Polizei keine Erkenntnisse für einen gezielten Messereinsatz vor.

Polizei untersucht Tathergang

Aus diesem Grund befindet sich der Angreifer wieder auf freiem Fuß. In Absprache mit der Staatsanwaltschaft wurde er nicht einem Ermittlungsgericht vorgeführt, sondern noch in der Nacht entlassen. Es bestehe kein dringender Tatverdacht für ein gezieltes Tötungsdelikt. Die rechtliche Bewertung der Tat sei jedoch noch nicht abgeschlossen. Der Polizist indes musste notoperiert werden.

Der genaue Hergang muss weiterhin geklärt werden. Wie ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Berlin mitteilte, werten die Ermittler Beweismaterial aus, zu dem auch ein Video einer Überwachungskamera gehört. Zudem werden Zeugen zu den Geschehnissen befragt.

„Wir sind absolut fassungslos und in Gedanken bei unserem schwerst verletzten Kollegen. Unser Dank gilt den Ersthelfern und den Ärzten, die ihm in der Nacht das Leben gerettet haben“, sagte Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Berliner Polizei, am Samstagmorgen. Und weiter: „Wir müssen abwarten und hoffen, dass er sich vollständig von dieser brutalen Tat erholt. Dieser Beruf bringt Gefahren mit sich, das wissen wir. Aber auf so etwas kann sich niemand vorbereiten. Man geht aus dem Haus, in den Nachtdienst, und kann binnen Sekunden aus dem Leben gerissen werden.“ (mit dpa)

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