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Nach dem Grapschen kommt die Reue

Mike Wilms
3 Min
Michael Simon de Normier.

Michael Simon de Normier.

© Imago/Sven Simon

Der internationale Sexismus-Skandal um Film-Produzent Harvey Weinstein (65) erfasst jetzt auch einen Berliner Geschäftsfreund des Hollywood-Moguls. Michael Simon de Normier (44), Co-Produzent des Weinstein-Streifens „Der Vorleser“, hat eine Grapsch-Attacke auf die Hauptdarstellerin des Films gebeichtet. Er fasste Oscar-Preisträgerin Kate Winslet (42) an den Po – und bittet sie dafür nun um Verzeihung.

Michael Simon de Normier hat einen persönlichen Brief an die „hochverehrte, zutiefst bewunderte Kate“ gerichtet. In dem Schreiben bittet er sie, sein „schlechtes Benehmen zu entschuldigen“. Er meint damit einen Vorfall, der sich bei seiner Geburtstagsparty während des Drehs von „Der Vorleser“ zutrug. Er habe Kate umarmt – und mit der Hand „richtig zugegriffen“.

Angeschwipst auf den Po gegriffen

Den genauen Ablauf schilderte der Filmemacher dem Radiosender 94,3 rs2 im Interview: Der Abend am Set sei „sehr lang“ gewesen und alle hätten auf Kate gewartet. Als sie – noch im Bademantel – auftauchte, habe sie ihm einen freundschaftlichen Kuss auf die Wange gedrückt.

Dann sei es passiert: „In dem Moment, angeschwipst, wie ich war, habe ich genau das gemacht, was, glaube ich, jeder Mann macht, wenn er eine halbnackte Frau im Arm hält, dann gleich den Po – richtig zugegriffen“, so der Filmboss im Wortlaut. Er habe „heftig“ zugelangt, aber eine Reaktion von Winslet sei ausgeblieben – womöglich, weil sie ihn in die Kategorie „angetrunkener Typ“ einsortiert habe.

Oscar-Preisträgerin Kate Winslet in Berlin (Archivbild).

Oscar-Preisträgerin Kate Winslet in Berlin (Archivbild).

© Imago/Future Image

Dass sich Michael Simon de Normier nun zehn Jahre später an den Vorfall erinnert und eine Entschuldigung schreibt, hängt mit aktuellen Interview-Aussagen von Kate Winslet zusammen. Sie gehört zu den Hollywood-Schauspielerinnen, die Vorwürfe gegen Harvey Weinstein erheben. Der habe sie zwar nicht persönlich angefasst, sich aber regelmäßig derart frauenfeindlich verhalten und geäußert, dass sie nach „Der Vorleser“ die Zusammenarbeit mit ihm abbrach. Es sei auch volle Absicht gewesen, dass sie ihn nicht in ihrer Oscar-Dankesrede erwähnte, obwohl sie den Preis für ihre Rolle in „Der Vorleser“ bekam. Winslet: „Die  Tatsache, dass ich nie wieder mit Harvey Weinstein zu tun haben muss, ist eines der besten Dinge meines Lebens.“

Aus dieser klaren Ansage zog jetzt auch De Normier seine Schlüsse. Er schrieb Winslet, dass er sich für sein eigenes Verhalten am Berliner Filmset schäme – und auch dafür, „dich mit meiner Entschuldigung möglicherweise noch zusätzlich zu belästigen“. Er sei bestürzt darüber, dass die Darstellerin „die ganze Drehphase als ungemein unangenehm empfunden“ habe.

Gegen Harvey Weinstein wird inzwischen in den USA und  England polizeilich ermittelt. Zuletzt hatte sich  die Schauspielerin Natassia Malthe  („Elektra“) als angebliches Opfer einer sexuellen Belästigung  zu Wort gemeldet. Weinstein habe sich unter anderem vor ihr entblößt. 

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