Als Studentin ging ich oft schwimmen. Einer meiner Dozenten besuchte dasselbe Schwimmbad. Er würde mich dort sofort erkennen, meinte er, „bei so’nem Körper!“. Danach ging ich nicht mehr schwimmen; auch seine Kurse belegte nicht mehr. Jahre später, als Doktorandin, hörte ich andere Sprüche. „Toller Vortrag“, hieß es dann. „Sehr süß!“ Das ist genau, was eine Wissenschaftlerin hören will. Hasen sind „süß“, Analysen globaler Medienmärkte nicht. „War nicht so gemeint“, kam dann zurück. Der Fehler lag wohl bei mir.
Ich habe Glück. Es ist das Jahr 2023, und ich arbeite an einer deutschen Uni. Vor 50 Jahren sahen die Dinge für Frauen dort noch anders aus. Wissenschaftlerinnen von damals sprechen von Ausgrenzung, Doppelbelastung und offenem Sexismus. Ja, die Dinge sind heute wirklich besser!
Kolumne
Welche Missbrauchsfälle fallen durch das mediale Raster und warum?
Dank #MeToo sehen wir den Dreck, der seit Jahrzehnten unter Teppichen verschwindet. Manche mag diese Nachrichtenflut nerven, für andere ist sie befreiend.
Mandy Tröger
3 Min
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Demonstration gegen sexualisierte Gewalt und sexistische Übergriffe in Berlin
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