#metoo

Zehntausende Frauen teilen ihre Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen

Ein Hashtag zeigt das Ausmaß sexueller Belästigung in unserer Gesellschaft.

BLZ
3 Min
Schauspielerin Alyssa Milano ruft mit #metoo auf Twitter dazu auf, Erfahrungen mit sexueller Belästigung zu teilen.

Schauspielerin Alyssa Milano ruft mit #metoo auf Twitter dazu auf, Erfahrungen mit sexueller Belästigung zu teilen.

© AFP

Angesichts des Skandals um Hollywood-Mogul Harvey Weinstein melden sich immer mehr Opfer sexueller Belästigungen zu Wort. Auf Twitter gaben sich nach entsprechenden Aufrufen viele Frauen als Opfer von Übergriffen zu erkennen.

Zehntausende reagierten mit #metoo auf einen Twitter-Aufruf der US-Schauspielerin Alyssa Milano. „Wenn du sexuell belästigt oder angegriffen wurdest, antworte 'Ich auch' auf diesen Tweet“, schrieb Milano. So werde das Ausmaß des Problems der sexuellen Belästigung und Gewalt sichtbar.

Unter den Antworten finden sich weitere prominente Opfer sexueller Belästigung und Gewalt. So meldeten sich unter #metoo beispielsweise Viola Davis, bekannt aus "How to get away with murder" oder auch die "Sex and the City"-Darstellerin Kristin Davis.

Parallel startete die französische Journalistin Sandra Muller einen ähnlichen Aufruf: Unter dem Schlagwort #balancetonporc (etwa: Entlarve das Schwein) berichteten Frauen über Erfahrungen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz oder auf der Straße - ebenfalls mit großer Resonanz. 

Nicht nur Prominente und Frauen Opfer sexueller Belästigung

Und auch in Deutschland teilen zahlreiche Twitternutzer unter #metoo ihre Gedanken und Erfahrungen.

Unter den Betroffenen melden sich nicht nur Frauen zu Wort.

Zuletzt war bekannt geworden, dass der lange einflussreiche US-Filmproduzent Harvey Weinstein offenbar seit Jahrzehnten Frauen sexuell belästigt hatte. Mindestens fünf Frauen erhoben zudem Vergewaltigungsvorwürfe. Insgesamt haben sich mehr als zwei Dutzend Frauen mit Belästingungsvorwürfen gegen Weinstein zu Wort gemeldet, unter ihnen Topstars wie Angelina Jolie, Gwyneth Paltrow und Rosanna Arquette.

Milano, die vor allem durch ihre Rollen in den Serien „Wer ist hier der Boss?“ und „Charmed“ bekannt ist, gehörte nicht dazu. Zuletzt schloss sich ein australisches Model den Vorwürfen der mehr als zwei Dutzend Frauen an. 1997 während des Filmfestivals in Cannes habe Weinstein sich in ihrer Gegenwart ungebeten ausgezogen, sie berührt und eine Massage von der damals 23-Jährigen verlangt. „Ich bin aufgestanden und weggerannt“, sagte sie.

Sängerin Björk warf unterdessen einem nicht namentlich genannten Regisseur vor, sie sexuell belästigt zu haben. „Nachdem ich den Regisseur wiederholt zurückgewiesen habe, war er beleidigt und bestrafte mich“, schrieb die 51-Jährige auf Facebook. Ihr sei bewusst geworden, wie verbreitet es sei, „dass ein Regisseur seine Schauspielerinnen anfassen und belästigen kann, so viel er will“ - die Filmbranche billige derartiges Verhalten. 

Emmanuel und Brigitte Macron melden sich zu Wort

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will Weinstein wegen der Vergewaltigungsvorwürfe den Verdienstorden der Ehrenlegion abnehmen. Er habe entsprechende Schritte eingeleitet, sagte Macron in einem  Fernsehinterview. Und auch seine Frau Brigitte Macron meldete sich zu Wort. Sie begrüßt die Debatte über sexuelle Belästigung. „Ich bin froh, dass die Frauen reden“, sagte die Frau des französischen Präsidenten am Montag am Rande eines Besuchs in einer Pariser Schule. „Vielleicht wird damit aus einer schlechten Sache doch noch etwas Gutes“, betonte die 64-Jährige. 

Starregisseur Woody Allen unterdessen warnte bei der BBC vor einer „Hexenjagd-Atmosphäre“. Er selbst sieht sich mit Missbrauchsvorwürfen seiner Adoptivtochter Dylan Farrow konfrontiert. Die Vorwürfe gegen Weinstein seien „sehr traurig für alle Betroffenen“. Es sei aber auch nicht richtig, wenn künftig „jeder Mann, der im Büro einer Frau zuzwinkert, sofort einen Anwalt rufen muss, um sich zu verteidigen“.  (afp/BLZ)

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