Knapp 130.000-mal wurde der Hashtag #michaelcaine bis dato auf Instagram verwendet – ein guter Teil der zugehörigen Posts dürfte in den vergangenen Stunden abgesetzt worden sein. Denn der Schauspieler – mit 90 Jahren weit jenseits des Durchschnittsalters von Kolleginnen und Kollegen, die ordentlichen Rummel auf Social Media auslösen – hat am Samstag (14. Oktober) seinen Rückzug aus dem Filmgeschäft bekanntgegeben. Fans zeigen sich erschüttert.
Als Offizier Gonville Bromhead in „Zulu“ (1964), dem Kriegsepos, das ihn zum Star machte, als machthungriger Geschäftsmann Cliff Brumby in „Jack rechnet ab“ (2000) oder loyaler Butler Alfred Pennyworth in der „Dark Knight“-Trilogie (2005-2012) – so kannten sie Caine, den Charakterschauspieler, der den unterschiedlichsten Rollen durch seine markante Stimme und Sprechart stets britische Noblesse einhauchte.
Nach rund 70 Jahren in der Industrie und mehr als 160 Filmen aber soll damit nun Schluss sein. Das hatte Caine am Samstag in einem Interview mit dem Sender BBC Radio 4 bekanntgegeben. „Ich sage immer wieder, dass ich in Rente gehe“, so Caine. „Nun, jetzt mache ich es wirklich.“ Unter besagten Postings auf Instagram zeigen sich Kommentatorinnen und Kommentatoren bestürzt. „
Demnächst erscheint Caines erster Roman
Was für eine Schande, so ein großartiger Schauspieler“, schreibt einer, „ich habe alle seine Rollen geliebt, ein echter Held seines Landes“, meint eine andere. Viele weitere Fans wünschen Caine alles Gute für seinen Lebensabend, er habe nach seiner beeindruckenden Karriere Entspannung und Ruhe verdient.
Caine selbst stellte in seinem Radio-Interview heraus, die Zeit für seinen Rückzug sei günstig. „Ich habe mir gesagt, dass ich gerade einen Film gemacht habe, in dem ich die Hauptrolle gespielt habe und für den ich unglaubliche Kritiken bekommen habe“, so der 90-Jährige mit Blick auf das Drama „In voller Blüte“, das Ende November in die deutschen Kinos kommt. Der Film erzählt die wahre Geschichte des Weltkriegsveteranen Bernie Jordan und war vergangene Woche in Großbritannien gestartet.
Untätig wird Caine allerdings auch im Ruhestand wohl nicht bleiben: Kommenden Monat erscheint sein erster Roman „Deadly Game“; schon im Juni hatte er gesagt, er liebe das Genre des Thrillers, gut möglich also, dass er bereits an einem weiteren Buch arbeitet. Seinen Rückzug aus dem Filmgeschäft würzte der Schauspieler, der 1986 einen Oscar als Bester Nebendarsteller in „Hannah und ihre Schwestern“ sowie 1999 in „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ gewann, indes auch mit einer Prise Humor.
Der ideale Zeitpunkt für den Ausstieg sei auch erreicht, weil er künftig wohl nur noch Angebote bekommen würde, 90-jährige Männer zu spielen. „Oder vielleicht 85-Jöhrige“, so Caine – Hauptrollen würden dies wohl kaum noch einmal seien. „Also habe ich mir gedacht, ich könnte das alles genauso gut hinter mir lassen.“
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