Michael Fassbender ist einer der gefragtesten Schauspieler unserer Zeit. 2017 kommt der Wahl-Londoner mit „Alien: Covenant“ und der Bestseller-Verfilmung „The Snowman“ ins Kino. Derzeit ist der 39-Jährige in der Hauptrolle der Computerspiel-Adaption „Assassin’s Creed“ zu sehen, für die er auch als Produzent verantwortlich zeichnet.
Herr Fassbender, waren Sie mal ein leidenschaftlicher Computerspieler oder wie kam es zu diesem Projekt?
Ehrlich gesagt hatte ich „Assassin’s Creed“ noch nie gespielt, bevor ich angefangen habe, diesen Film zu produzieren. Aber mich sprachen damals die Leute von Ubisoft an, die für das Spiel verantwortlich waren. Und je mehr sie mir über das Spiel, die Welt, in der es spielt, und ihre Ideen für den Film erzählten, desto faszinierter war ich. Von den Templern, dieser mächtigen Elite, die letztlich die Geschicke der Welt leitet, und den Assassinen, die sie bekämpfen. Aber vor allem von der Idee der genetischen Erinnerung, die wir über Jahrhunderte von Generation zu Generation vererben.
Aus Produzenten-Sicht hatten Sie keine Sorgen? Verfilmungen von Computerspielen gelten ja als heikle Angelegenheit. Gerade im Sommer floppte „Warcraft“...
Moment, wenn Sie nicht nur auf die USA, sondern die gesamte Welt blicken, haben die Produzenten mit dem Film durchaus Geld verdient. Oder denken Sie an „Resident Evil“. Da kommt jetzt schon der sechste Film in die Kinos, also scheinen sie da irgendetwas richtig zu machen. Aber ehrlich gesagt habe ich darüber nicht viel nachgedacht und mich nicht wirklich mit früheren Computerspiel-Adaptionen befasst. Ich wusste, dass ich in unserem Fall die Prämisse spannend fand, das war alles, was zählte.
Haben Sie an die Millionen Fans des Spiels gedacht? Die haben ja sicherlich gesteigerte Erwartungen an einen solchen Film, oder?
Erwartungen sind für mich nichts Neues. Die gab es auch, als ich Steve Jobs spielte. Und vor allem, als ich bei „X-Men“ als Magneto anfing, weil Ian McKellen in der Rolle vorher zu Recht verdammt viele Fans hatte. Über so etwas darf man sich als Schauspieler nicht den Kopf zerbrechen. Ein bisschen Respekt ist gut, zu viel ist hinderlich.
Michael Fassbender ist derzeit in der Hauptrolle der Computerspiel-Adaption „Assassin’s Creed“ zu sehen.
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Sie haben in den letzten Jahren enorm viel gearbeitet. Keine Angst vor einem Burn-out?
Zunächst einmal bin ich dankbar, dass ich überhaupt so viel arbeiten kann. Der Prozentsatz der Schauspieler, die in einer ähnlichen Position sind wie ich, ist verdammt klein. Außerdem ist mein Job nicht der härteste der Welt, auch wenn die Arbeitstage oft lang sind. Aber wie wohl in jedem Beruf muss man mitunter aufpassen, die Motivation und den Enthusiasmus nicht zu verlieren.
Wie gelingt Ihnen das?
Sport hilft mir zum Beispiel. Wenn ich morgens als Erstes trainiere, dann gibt mir das schon mal Energie für den Tag. Außerdem ist es immer gut, zwischendurch auch mal etwas vollkommen anderes zu tun. Wenn ich frei habe, surfe ich seit einigen Jahren auch sehr gerne. Und Autorennen habe ich für mich entdeckt. Bislang bin ich noch nicht wahnsinnig viel gefahren, aber das ist auf jeden Fall etwas, das ich in Zukunft mehr machen will.
Der Albtraum jeder Mutter!
Überhaupt nicht. Meine Mutter liebt Autorennen. Sie ist großer Formel-1-Fan!
Außer schnellen Autos noch irgendwelche anderen heimlichen Leidenschaften, von denen Sie berichten wollen?
Hm, lassen Sie mich überlegen. Synthesizer-Pop der späten Siebziger- und frühen Achtziger- jahre. Giorgio Moroder ist der Größte! Und ab und zu mal die eine oder andere Zigarette.
Haben Sie auch schon mal über eine kleine Auszeit nachgedacht?
Ich gönne mir jetzt eine. Nicht, dass ich bloß Däumchen drehen werde. Ich will mich um meine Produktionsfirma DMC Film kümmern und Projekte mit Drehbuchautoren entwickeln. Aber zumindest als Schauspieler mache ich ab sofort eine Pause. Zunächst einmal für sechs Monate, dann sehen wir weiter.
Interview: Patrick Heidmann
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