Großbritannien hat am Mittwoch im Kommandozentrum Northwood im Norden Londons eine zweitägige Planungskonferenz mit Vertretern aus mehr als 30 Staaten eröffnet. Unter britisch-französischer Führung soll dort die Wiederöffnung der Straße von Hormus operativ vorbereitet werden. Das geht aus einer Mitteilung des britischen Verteidigungsministeriums vom heutigen Mittwoch hervor.
Waffenruhe als Voraussetzung
Laut dem Ministerium sollen die Sitzungen den diplomatischen Konsens in einen detaillierten militärischen Plan überführen, der nach einer dauerhaften Waffenruhe umgesetzt werden könnte. Besprochen werden demnach militärische Fähigkeiten, Führungs- und Kommandostrukturen sowie die Frage, wie Streitkräfte in die Region verlegt werden könnten.
Der britische Verteidigungsminister John Healey erklärte vor Beginn der Konferenz, der gemeinsame Plan solle dazu dienen, die Freiheit der Schifffahrt in der Meerenge zu sichern und einen dauerhaften Waffenstillstand zu stützen. Er zeigte sich zuversichtlich, dass in den zwei Tagen „echte Fortschritte“ erzielt würden.
Hintergrund der Planungen ist die anhaltende faktische Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran. Durch die Meerenge läuft rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels. Die Schließung hat die Energiepreise steigen lassen, Lieferketten gestört und Kosten für Haushalte und Unternehmen erhöht.
Vorlauf in Paris mit 51 Staaten
Die Konferenz baut nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums auf einem internationalen Gipfel in Paris mit 51 Staaten in der Vorwoche auf. Premierminister Keir Starmer und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatten dort eine „bedingungslose, uneingeschränkte und sofortige“ Wiederöffnung der Meerenge gefordert. Beim Pariser Treffen sei zudem die Einrichtung einer unabhängigen, ausschließlich defensiven multinationalen Mission bestätigt worden, die Handelsschiffe schützen und Minenräumoperationen durchführen solle, so das Ministerium.
Reuters berichtete am 17. April 2026, dass mehr als ein Dutzend Staaten ihre Bereitschaft erklärt hätten, sich an der von London und Paris geführten Mission zu beteiligen. Die Zusagen seien nach einer Videokonferenz von rund 50 Staaten aus Europa, Asien und dem Nahen Osten erfolgt. Laut Reuters seien sie auch als Signal an Washington verstanden worden, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, er benötige keine Unterstützung von Verbündeten.
Deutschland unterstützt die Hormus-Planungen politisch. Bundeskanzler Friedrich Merz stellt eine spätere deutsche Beteiligung nach Ende der Kampfhandlungen in Aussicht. Als mögliche Beiträge nannte er Minenräumung und Seeaufklärung.
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