Der Potsdamer Platz ist verkauft. Er hat jetzt nicht mehr schwedische, sondern kanadische Eigentümer. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart, die Rede ist von 1,4 Milliarden Euro für 267.000 Quadratmeter Mietfläche. Das macht den Deal zu einem der größten in Deutschland der vergangenen Jahre.
Verkäufer ist die Immobilieninvestmentgesellschaft Saville Funds, im September diesen Jahres hervorgegangen aus der schwedischen SEB Asset Management. Käufer ist eine Tochter der kanadischen Brookfield Property Partners. Ende des Jahres soll alles über die Bühne gegangen sein.
Verkauft wurden sieben Büro- und fünf Wohngebäude rund um den Marlene-Dietrich-Platz – inklusive der bekannten Nutzer wie den Potsdamer Platz Arkaden, dem Kino Cinemaxx, dem Hotel Mandala, dem Musical-Theater, der Spielbank und den diversen Restaurants.
Nicht dazu gehört das Hotel Grand Hyatt. Das Fünf-Sterne-Haus hatte die SEB vor zweieinhalb Jahren für mehr als hundert Millionen Euro an die Al-Faisal-Holding aus Katar verkauft. Ebenso ausgeklammert aus dem aktuellen Deal wurde das Parkhaus am Schöneberger Ufer jenseits des Landwehrkanals.
Einst galt der Potsdamer Platz als einer der belebtesten Plätze Europas, er war das pulsierende Herz von Berlin, hier toste der Verkehr, etablierte sich ein Ausgehviertel. Zweiter Weltkrieg, Teilung und Mauerbau machten ihn zu einer innerstädtischen Wüste.
In seiner heutigen Form entstand der Potsdamer Platz in den Jahren nach dem Mauerfall, einzig das Weinhaus Huth und Reste des alten Hotels Esplanade überstanden die Zeitenwende. Anfangs galt der Platz als größte innerstädtische Baustelle des Kontinents. Wendepunkt war 1996 das Richtfest für das 85 Meter hohe Gebäude der Daimler-Tochtergesellschaft Debis, das mit einem „Kranballett“ gefeiert wurde. Bald danach folgten weitere Gebäude dies- und jenseits der Potsdamer Straße. Nördlich entstand das Quartier um das Sony-Center, südlich die sogenannte Daimler-City.
Im Dezember 2007 verkaufte Daimler sein Areal an eben die schwedische SEB Asset Management, die nun ihrerseits verkaufte. Als Kaufpreis wurden damals wie heute 1,4 Milliarden Euro genannt.
Fraglich bleibt, ob sich für die Mieter in den Immobilien oder für die Berliner und ihre Gäste etwas ändern wird. Weder vom Käufer Brookfield noch vom Verkäufer Savills waren dazu am Dienstag Einzelheiten zu erfahren.
Nur so viel: 80 Prozent der Fläche sollen vermietet sein. Ausgerechnet das erste Haus am Platz, das ehemalige Debis-Hochhaus mit seinem charakteristischen grünen Würfel, steht seit einiger Zeit leer. Es soll umgebaut werden, so dass mehrere Unternehmen dort Büros beziehen können.
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