Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall hat nach eigenen Angaben ein Auftragspaket im Wert von 5,7 Milliarden Euro aus Rumänien erhalten. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, handelt es sich um das „größte internationale Auftragspaket der jüngeren Unternehmensgeschichte“.
Vergeben wurde der Auftrag laut Rheinmetall am 29. Mai 2026 durch das rumänische Generaldirektorat Rüstung im Rahmen des EU-Programms „Security Action for Europe“ (SAFE). Die Verträge umfassen die Fertigung von Gefechtsfahrzeugen, Flugabwehrsystemen, Munition sowie vier Marineschiffen. Die Auslieferungen sollen 2028 beginnen und bis 2030 abgeschlossen sein.
Geliefert werden unter anderem 298 Fahrzeuge der Lynx-Familie, überwiegend Schützenpanzer, daneben Späh-, Gefechtsstand- und Sanitätsfahrzeuge. Hinzu kommen Flugabwehrsysteme vom Typ Skyranger auf Basis des Lynx. Bis zu deren Einführung will Rheinmetall die bislang genutzten Flugabwehrkanonenpanzer vom Typ Gepard einsatzfähig halten. Geliefert werden zudem Mittelkalibermunition für Flugabwehr und Schützenpanzer, zwei Offshore-Patrouillenboote sowie zwei Taucherunterstützungsboote.
Millionen-Investitionen in Rumänien
Rheinmetall kündigte an, eigene Kapazitäten in Rumänien deutlich auszubauen und Investitionen „von mehreren Hundert Millionen Euro“ zu tätigen. Ein erheblicher Teil der Wertschöpfung soll im Land erfolgen, das sowohl der Nato als auch der EU angehört und an der Ostflanke des Bündnisses liegt. Geplant ist die Schaffung von Arbeitsplätzen in vierstelliger Zahl, über 200 Unterauftragnehmer sollen eingebunden werden. Bereits seit Jahren ist die Tochter Rheinmetall Automecanica mit Sitz in Medias aktiv.
Mihai Jurca, Leiter der Kanzlei des rumänischen Ministerpräsidenten und Koordinator der Arbeitsgruppe zur Umsetzung des SAFE-Plans, erklärte, mehr als 50 Prozent der Produktion würden in Rumänien oder in Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen erfolgen. Der Vertrag sei ein Schritt zur Wiederbelebung der nationalen Verteidigungsindustrie und könne im kommenden Jahrzehnt zu einem Motor des Wirtschaftswachstums werden.
Rheinmetall-Vorstandschef Armin Papperger sprach von einem „bedeutenden Erfolg“ und kündigte den Aufbau eines „weitreichenden Defence-Ökosystems“ gemeinsam mit rumänischen Partnern an. Der Konzern wolle damit seine Rolle als eine der industriellen Stützen der europäischen Sicherheitsvorsorge ausbauen.
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