BERLIN Die Krise der offenen Immobilienfonds wird immer dramatischer: Nachdem im September mit dem Kanam US-Grundinvest erstmals ein solcher Fonds aufgeben musste, wird nun ein weiterer offener Immobilienfonds abgewickelt: Es handelt sich um den 1,3 Milliarden Euro schweren Fonds Degi Europa der Fondsgesellschaft Aberdeen. Zur Begründung teilte Aberdeen am Freitag mit, es könne nicht garantiert werden, dass der Barmittelanteil von über 30 Prozent ausreiche, um alle Rückgabewünsche zu bedienen.Anleger in Raten ausbezahltDer Degi Europa, der bereits seit 1972 auf dem Markt ist und damit zu den ältesten offenen Immobilienfonds überhaupt gehört, zählt zu den rund ein Dutzend Produkten dieser Art, die aufgrund von Liquiditätsproblemen seit geraumer Zeit keine Anteile von Anlegern mehr zurücknehmen - also auf Eis liegen. Ende Oktober hätte der Degi jedoch wieder geöffnet werden müssen, weil er dann zwei Jahre hintereinander eingefroren sein wird - die gesetzlich erlaubte Maximaldauer. Bis vor kurzem hatte die Fondsgesellschaft noch beteuert, den Degi wieder öffnen zu wollen. Doch nun folgte die Kehrtwende.Die Fondsgesellschaft will jetzt alle Immobilien verkaufen und mit dem Erlös die Anleger auszahlen. Dies soll allerdings in mehreren Raten geschehen und sich bis September 2013 hinziehen. Der ohnehin schon stark gefallene Börsenpreis des Degi Europa reagierte gestern mit einem weiteren Einbruch auf die Nachricht. Nun warten die Anleger gespannt darauf, was mit einem weiteren Fonds passiert, der ebenfalls bis Ende Oktober über sein Schicksal entscheiden muss: der Morgan Stanley P2 Value. Bislang beteuert auch hier das Management, der Fonds werde wieder geöffnet. Immer weniger Anleger glauben indes offenbar daran: Am Freitag brach der Börsenpreis des P2 Value ebenfalls ein.
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