Westafrika

Millionen ohne Schulzugang: Nigeria investiert in Bildungsprogramm

Die nigerianische Regierung hat eine halbe Milliarde Dollar für ein Programm gesichert, das 29 Millionen Kinder im Grundschulalter erreichen soll.

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Kinder auf dem Weg zur Schule in Nyanya

Kinder auf dem Weg zur Schule in Nyanya

© Ute Grabowsky/Imago

Die nigerianische Regierung hat am Dienstag die Freigabe von 552 Millionen US-Dollar für das Bildungsreformprogramm HOPE-EDU verkündet, wie mehrere Medien des westafrikanischen Landes berichten.

Das Geld stammt von der Weltbank und der Global Partnership for Education (GPE), einer multilateralen Partnerschaft zur Förderung der Bildung in Entwicklungsländern. Bildungsminister Maruf Tunji Alausa betonte laut dem Nachrichtensender TVC News, dass die Mobilisierung dieser Finanzmittel weniger als zwölf Monate gedauert habe.

HOPE-EDU – die Abkürzung steht für „HOPE for Quality Basic Education for All“ – ist Nigerias zentrales Programm zur Reform der Grundbildung. Es soll 29 Millionen Kinder erreichen, 500.000 Lehrkräfte qualifizieren und 13.000 neue Klassenräume schaffen. Das Geld fließt laut Ministerium in die Stärkung grundlegender Lese- und Rechenfähigkeiten und den Ausbau eines gleichberechtigten Schulzugangs.

Armut hält Millionen Kinder von der Schule fern

Der Handlungsdruck ist enorm: Nach Angaben von UNICEF haben rund 10,5 Millionen Kinder zwischen fünf und 14 Jahren in Nigeria keinen Zugang zu Schulbildung, wie die Nachrichtenagentur Ecofin Agency berichtet. Hauptursache ist extreme Armut, die Familien dazu zwingt, ihre Kinder arbeiten zu lassen, statt sie in die Schule zu schicken. Hinzu kommen bewaffnete Konflikte mit der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram im Nordosten des Landes, die den Schulbesuch in ganzen Regionen unmöglich machen.

Zwar sind insgesamt rund 47 Millionen Schülerinnen und Schüler im Grundbildungssystem eingeschrieben, doch bestehen laut der nigerianischen Kommission für Grundbildung erhebliche regionale Unterschiede zwischen dem Norden und dem Süden des Landes. Neben dem Mangel an qualifizierten Lehrkräften fehlt es vielerorts an grundlegender Infrastruktur.

Bildungsausgaben deutlich gesteigert

Die Regierung hat die Bildungsausgaben seit 2022 laut TVC News um über 302 Prozent gesteigert. Im Haushaltsjahr 2026 sind demnach umgerechnet rund 2,55 Milliarden US-Dollar für den Bildungssektor vorgesehen – der bislang höchste Betrag.

Laut der nigerianischen Unesco-Vertretung treibt Nigeria gemeinsam mit der UN-Organisation die Digitalisierung des Schulwesens voran, darunter digitale Klassenzimmer und Lehrerfortbildungen im Bereich Künstliche Intelligenz.

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