Schönheitswettbewerb

„Miss Nederland“ ist erstmals eine Transfrau – Kritik an Jury

Die 22-jährige Amsterdamerin Rikkie Kolle wurde zur schönsten Frau in den Niederlanden gekürt. Kritiker meinen, die Wahl sei eine Ohrfeige für alle anderen Teilnehmerinnen.

Team News Alexander Schmalz dpa/lex
3 Min
Transfrau Rikkie Kolle wurde zur „Miss Nederland“ 2023 gewählt.

Transfrau Rikkie Kolle wurde zur „Miss Nederland“ 2023 gewählt.

© Evert Elzinga/Imago

Mit der 22-jährigen Amsterdamerin Rikkie Kolle hat in den Niederlanden erstmals eine Transfrau den Titel „Miss Nederland“ gewonnen. „Diese Finalistin hat während der gesamten Show gestrahlt und dabei auch die größten Fortschritte gemacht. Sie hat eine grundsolide Geschichte mit einer klaren Mission“, teilte die Jury nach der Entscheidung vom Samstagabend in Leusden mit. Kolle ist in den Niederlanden keine Unbekannte. 2018 kam sie bis ins Finale des TV-Wettbewerbs „Holland's Next Top Model“.

„Ich weiß besser als jeder andere, wie es ist, sich allein zu fühlen und nicht nur von positiven Gedanken umgeben zu sein. Als ich der kleine Rik war und mich als Transgender geoutet habe, war das nicht für jeden einfach und auch ich habe das durchgemacht“, erklärte die Gewinnerin in ihrer Vorstellung für den Wettbewerb.

„Heute, Jahre später, stehe ich stärker in meinen Schuhen als je zuvor, und das ist etwas, das ich an alle weitergeben möchte, die es brauchen. Denn solange man immer der bleibt, der man ist, gibt es niemanden, der über einem stehen kann“, sagte die 22-Jährige außerdem. Sie ergänzte: „Ich setze mich gerne für alle kleinen Rikkies ein, die von ihren Familien abgelehnt werden, um sich zu der Person zu entwickeln, die sie sein möchten. Ich helfe ihnen dabei, ihr Selbstbild und ihre Akzeptanz stärker zu machen, unantastbar.“

„Sind Männer jetzt besser bei Schönheitswettbewerben für Frauen?“

In den sozialen Medien wie Twitter stieß das Urteil der Jury auf viel Kritik. Viele äußerten Unverständnis dafür, dass ein biologischer Mann einen Frauenwettbewerb gewonnen hat. Vor allem konservative und rechtsgerichtete Nutzerinnen und Nutzer sehen dahinter eine Agenda des Westens.

„In Anbetracht der Tatsache, dass wir in einer Welt leben, in der die Wahrheit Vergangenheit ist, habe ich nichts anderes erwartet. Es ist alles so vorhersehbar und unoriginell an diesem Punkt“, schreibt die dem rechten Flügel zugeordnete Journalistin Eva Vlaardingerbroek. Einige andere fordern, der Gender-Wahnsinn müsse endlich gestoppt werden. Andere meinen, Rikkie Kolle sei nicht mal annähernd die Hübscheste gewesen. Der Wahl sei eine Ohrfeige für alle anderen Teilnehmerinnen. 

„Sind Männer jetzt besser bei Schönheitswettbewerben für Frauen oder ist das nur ein nutzloses Tugendsignal, um politisch korrekt zu sein? Ich war in Amsterdam und er ist nicht annähernd die schönste Frau dort, geschweige denn im ganzen Land“, kommentierte ein User bei Instagram.

Der Veranstalter verteidigte die Teilnahme einer Transgender-Frau an dem Wettbewerb bei der Bekanntgabe der Siegerin: „Ihre Teilnahme markiert einen wichtigen Schritt in Richtung Vielfalt und Inklusion in der Welt der Schönheitswettbewerbe“, postete der Organisator.

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