Das Erzbistum Berlin hat die Auflösung seiner Missbrauchskommission bekanntgegeben. Die Interdiözesane Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs (IKA) in den katholischen Diözesen Berlin, Görlitz und Dresden-Meißen stellt seine Arbeit ein, teilte das Erzbistum mit. Der Beschluss kam demnach nach dem Rücktritt weiterer Mitglieder.
Doch traten schon bei der Erarbeitung des ersten Jahresberichts Unstimmigkeiten zutage. Die Vertreter der Betroffenen in der Kommission meldeten sich mit einem eigenen Votum zum Bericht zu Wort und übten grundsätzliche Kritik. Das Gremium werde dem Anspruch nicht gerecht, eine unabhängige, transparente und partizipative Aufarbeitung sicherzustellen, hieß es in dem Minderheitenvotum vom Februar. Laut der Mitteilung des Erzbistums Berlin seien anhaltende kommunikative Probleme geschildert und die Arbeit als dysfunktional beurteilt worden.
Die IKA war im Mai 2023 ins Leben gerufen worden. Seitdem sollte die Kommission das Ausmaß sexualisierter Gewalt in den beteiligten Bistümern sowie die kirchlichen Rahmenbedingungen, die Missbrauch fördern, untersuchen. Zudem sollte die IKA wirksame Präventionsmaßnahmen entwickeln. Nun teilten die Bischöfe mit, „dass eine weitere Zusammenarbeit in dem gegebenen Rahmen trotz aller Bemühungen nicht möglich zu sein scheint“.
Die Bischöfe bedauern diese Entwicklung dem Erzbistum zufolge ausdrücklich und dankten den Mitgliedern für ihre Arbeit. „Sie fühlen sich dem Anliegen der Aufarbeitung weiterhin verpflichtet und wollen sorgfältig prüfen, wie diese Aufarbeitung konstruktiv fortgeführt werden kann“, hieß es weiter.
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