Misshandlung

Boxschläge in den Bauch eines Babys

Ein acht Monate altes Mädchen wurde am Dienstag mit lebensbedrohlichen Verletzungen innerer Organe in ein Krankenhaus in Prenzlauer Berg eingeliefert worden. Das Baby musste sofort operiert werden. Die Verletzungen waren durch Gewaltanwendung entstanden.

Lutz Schnedelbach
2 Min
Polizei - LKA 1 - Delikte am Menschen.

Polizei - LKA 1 - Delikte am Menschen.

© dapd Lizenz

Das acht Monate alte Mädchen war von seinen Eltern am vergangenen Dienstag in ein Krankenhaus in Prenzlauer Berg eingeliefert worden. Dort diagnostizierten Ärzte schwere Verletzungen mehrerer innerer Organe. Der Zustand des Kindes war lebensbedrohlich, deshalb wurde sofort operiert. Die Ärzte stellten fest, dass die Verletzungen durch Gewaltanwendung entstanden sind. Mittlerweile befindet sich der Säugling nicht mehr in Lebensgefahr. Gegen die 36-jährige Mutter werde nicht ermittelt, so die Polizei.

2011 Fast 500 Fälle von Kindesmisshandlungen

Der Vater des Kindes erhielt die Auflage, sich regelmäßig bei der Polizei zu melden. Die Entscheidung, den Mann von der Haft zu verschonen, beruht offenbar darauf, dass keine Fluchtgefahr besteht, und dass der Mann bei seiner Vernehmung am Freitag die Tat gestanden hat. Er gab zu, seine acht Monate alte Tochter misshandelt zu haben, indem er den Säugling mehrfach in den Bauch geboxt habe. Das Motiv ist noch unklar.

Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei 491 Fälle von Kindesmisshandlungen. Ermittler gehen davon aus, dass die Zahl in diesem Jahr wieder ansteigen wird. Erst Mitte September war ein Baby so schwer misshandelt worden, dass es starb. Die Polizei ermittelt gegen den 17 Jahre alten Vater wegen Totschlags. Der Jugendliche sitzt in Untersuchungshaft. Er soll seine Tochter heftig geschüttelt haben.

Bereits im Januar dieses Jahres war in Weißensee ein zwei Jahre altes Mädchen durch körperliche Gewalt gestorben. Die Leiche von Zoe war am 31. Januar in der Wohnung der Eltern in der Indira-Gandhi-Straße gefunden worden. Das Kind hatte einen Darmriss mit anschließender Bauchfellentzündung erlitten. Nach dem Tod von Zoe hatten Kinderschutzorganisationen unabhängige Gremien gefordert, die die Kooperation der freien Träger und deren zuständige Ämter im Interesse des Kindeswohls regelmäßig kontrollieren sollen. Daraus sei bisher nichts geworden, hieß es.

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