HALMSTAD. In England existiert immer noch der Mythos von der Effizienz der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, die Elfmeterniederlagen gegen die DFB-Elf bei der WM 1990 und der EM 1996 haben ein Trauma hinterlassen. Doch es gibt auch ein paar Gegenargumente gegen diese Legende. Im Nachwuchsbereich verhält es sich nämlich umgekehrt. Nur eines von 14 U21-Duellen konnten die Deutschen bisher gegen England gewinnen, es waren bittere Niederlagen. Am gestrigen Abend hätten die bereits fürs Halbfinale qualifizierten Engländer Deutschland wieder aus dem Turnier werfen können, doch am Ende erwiesen sie sich beim 1:1 (1:1) in Halmstad als gnädig.Trainer Stuart Pearce hatte nur eine Ersatzmannschaft in die abschließende Vorrundenpartie geschickt, doch die bereitete der deutschen Mannschaft Probleme. Pearce hatte erklärt, "ich will diese Gruppe mit neun Punkten gewinnen, meine Mannschaft wird alles geben", was auf den Tribünen für Erheiterung sorgte. Keiner glaubte ihm. Nach einem Abstimmungsproblem der Viererkette erreichte ein einfacher Steilpass von Jerome Boateng Gonzalo Castro, der freie Bahn hatte und Torhüter Scott Loach zum 1:0 tunnelte.Doch nach diesem frühen Treffer wurden die Engländer immer dominanter. Vorteile ergaben sich vor allem bei hohen Bällen, der Ausgleich durch Jack Rodwell, der eine Ecke einköpfte (29.), war die Folge. Ins Spiel der Deutschen mischten hingegen sich immer mehr Ungenauigkeiten. "Ich hadere damit, dass wir früh das 1:0 machen und dann einfach nicht weiterspielen wollen", sagte Trainer Horst Hrubesch. "Wir sind froh, dass wir unser Minimalziel erreicht haben", meinte Kapitän Sami Khedira vom VfB Stuttgart. "Allerdings war die Art und Weise, wie das Ergebnis zustande kam, nicht okay." Patrick Ebert, der von Beginn an Dennis Aogo ersetzte, hatte Probleme mit der ungewohnten Position im Mittelfeld, und Änis Ben-Hatira blieb auf der linken Außenbahn ohne Wirkung.Auch in der zweiten Hälfte verbesserte sich das Offensivspiel nicht, fast alle Aktionen waren durchsetzt von Unsicherheit, doch auch die Engländer kamen kaum mehr zu Chancen. Gefahr für das englische Tor ergab sich nach Fernschüssen, es war ein Nervenspiel. Zumal die Spanier in Göteborg mit 2:0 führten, ein Treffer für England und ein weiteres Tor der Spanier hätten das Aus bedeutet. Diese Konstellation führte dazu, dass Hrubeschs Team nur noch versuchte, das Unentschieden zu retten, was schließlich gelang. So steht die deutsche U21 nun als Gruppenzweiter im Halbfinale - zum ersten Mal seit 1982.------------------------------Foto: Hintermann kommt an: Der deutsche U21-Spieler Andreas Beck beim Versuch, an den Ball zu kommen. Diesem Vorhaben steht jedoch sein englischer Gegenspieler Adam Johnson im Weg.
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