Mit dem Bus nach Cottbus

Peter Neumann Nora Gantenbrink
2 Min

BERLIN Im Berliner Hauptbahnhof war gestern Morgen fast alles so wie sonst. Der Regionalexpress nach Lutherstadt Wittenberg hatte fünf Minuten Verspätung, der Zug aus Magdeburg zehn Minuten: So konnten es die Reisenden weiß auf blau auf den elektronischen Anzeigetafeln lesen. Bei der Deutschen Bahn (DB) sind solche Verzögerungen nichts Ungewöhnliches. Nur eine Information zeigte, dass dieser Tag anders war. Denn der Regionalexpress nach Cottbus fiel aus, stattdessen sollten die Fahrgäste vom Südkreuz aus einen Bus nehmen."Cottbus war einer der Schwerpunkte im Warnstreik von Transnet und GDBA", sagte der Berliner Bahnsprecher Burkhard Ahlert. "Bis 5.10 Uhr wurde im Werk von DB Regio kein Zug bereitgestellt." So lange kamen Loks und Wagen nicht aus dem Depot. Betroffen waren die Regionalexpresslinien (RE) 1 und 2 nach Berlin, auf deren Bahnhöfen die Pendler vergeblich warteten. Kilian Kerstner, der vom Bahnhof Friedrichstraße nach Cottbus reisen wollte, stieg auf einen der DB-Busse um. "Ich war auf Verspätungen eingestellt", sagte er. Von den Warnstreiks hatte er am Abend zuvor im Fernsehen erfahren. "Ist halt so", sagte er. "Am nervigsten finde ich, dass man als Reisende nicht durchfindet", sagte Gudrun Schröder, die ins Rheinland fahren wollte. Sie fände es besser, wenn die Gewerkschaften mitteilen würden, wo sie streiken.Ausfälle am Biesdorfer KreuzZugausfälle gab es laut Ahlert auch rund um das Biesdorfer Kreuz, dem wichtigsten Eisenbahnknoten im Osten Berlins. "Im dortigen Stellwerk war der Fahrdienstleiter bis 7 Uhr im Ausstand", so der Sprecher. Das traf die Regionalbahnlinien Richtung Templin, Eberswalde und Kostrzyn. Auf diesen Routen sind außer der DB die Prignitzer Eisenbahn, die Ostdeutsche Eisenbahn und die Niederbarnimer Eisenbahn unterwegs.In Berlin und Brandenburg legten rund 80 Beschäftigte am Morgen zeitweise die Arbeit nieder, teilte die Gewerkschaft Transnet mit. Später am Tag trafen die Region die Folgen der Warnstreiks in anderen Teilen Deutschlands. "Fernzüge aus Köln, München, Stuttgart und Frankfurt am Main fielen aus - oder sie waren erheblich verspätet", sagte Ahlert.

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