Digitalangebot für Kinder in Berlin

Mit dem iPad auf Schnitzeljagd im Museum: Die Roboter-Rallye für Kinder im Test

Einmalig in Berlin: Das Museum für Kommunikation bietet eine Roboter-Rallye für Kinder an – eine Augmented Reality, mit der man auf Erkundungstour geht.

5 Min
Das Tablet lässt das Kommunikationsmuseum lebendig werden – ein tolles Kinderabenteuer.

Das Tablet lässt das Kommunikationsmuseum lebendig werden – ein tolles Kinderabenteuer.

© Collage: BLZ. Foto: Yves Sucksdorff/MSPT/Museum für Kommunikation Berlin. Illustration: Michael Beyer/MSPT/Museum für Kommunikation Berlin

Um Kindern den Museumsbesuch so spannend und abwechslungsreich wie möglich zu gestalten, hat sich das Museum für Kommunikation ja schon so einiges einfallen lassen: vom Kindergeburtstag übers Ferienprogramm bis hin zur Taschenlampentour.

Seit einiger Zeit gibt es auch eine sogenannte Roboter-Rallye, die sich für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren eignet. Die Idee: Mit dem iPad in der Hand ziehen die Kinder los und versuchen anhand einer Geschichte ein Buchstabenrätsel zu lösen.

Es geht einmal quer durch die Dauerausstellung „Vom Faustkeil bis zum Smartphone – die Geschichte der Kommunikation“, und dabei merken die Kinder kaum, dass sie dabei jede Menge Neues lernen.

Mit Begeisterung hetzen sie durchs Museum, lesen hier, grübeln dort und wundern sich am Ende selbst, was sie alles erfahren haben über Geheimschrift, Briefkästen und Postmänner mit dicken Stiefeln.

Wie kann man an der Roboter-Rallye teilnehmen?

Geeignet ist die Roboter-Rallye des Kommunikationsmuseums für Grundschulkinder. Ideal ist es, wenn sie schon selbst gut lesen können, aber natürlich kann man auch als Elternteil (oder Tante, Onkel etc.) helfen. Mehr Spaß macht es den Kindern aber, wenn sie selbstständig losziehen können. Und das ist auch die Idee.

Die zu lösenden Rätsel sind kindgerecht, nur manchmal muss man als Erwachsene(r) ein bisschen unterstützen. Und man sollte auch deshalb in der Nähe bleiben, um immer mal wieder auf Geschwindigkeit und Lautstärke hinzuweisen: Selbst die erfahrensten Kinder vergessen beim digitalen Rätsellösen, dass man im Museum weder lärmen noch rennen sollte. Und anfassen natürlich sowieso nichts.

Faszinierender Aha-Moment: In der Vitrine sind Katzomat und MR4 nicht zu sehen, auf dem Tablet aber schon.

Faszinierender Aha-Moment: In der Vitrine sind Katzomat und MR4 nicht zu sehen, auf dem Tablet aber schon.

© Nicole Schulze

Für die Rallye benötigt man ein iPad, das man am Empfang kostenfrei ausgehändigt bekommt. Es ist mit einer dicken Schutzhülle und einem Umhängegurt versehen. Eine Anmeldung ist nicht nötig, und Kinder haben im Museum für Kommunikation freien Eintritt; Erwachsene zahlen acht Euro Eintritt (ermäßigt vier Euro).

Angeboten wird die Roboter-Rallye immer von dienstags bis sonntags in der Zeit zwischen 10 und 16 Uhr. Pro Familie oder für bis zu drei Kinder gleichzeitig gibt es ein iPad, man soll das Rätsel ja in der Gruppe lösen. Auch Schulklassen können nach vorheriger Anmeldung teilnehmen. Insgesamt sollte man sich eine gute Stunde Zeit nehmen.

Wie funktioniert die Roboter-Rallye?

Auf dem iPad ist eine eigens entwickelte App installiert, die im Comic-Stil von der Roboterdame MR4 und ihrem Haustier Katzomat erzählt. Die beiden Protagonistinnen sprechen dann auch selbst mit den Kindern vor dem Bildschirm, denn sie sind animiert und spornen die Kinder zur Suche an, geben Tipps, stellen Fragen, geben Rätsel auf.

Das Faszinierendste für die Kinder jedoch ist der Umstand, dass die Rallye als Augmented Reality funktioniert. Das heißt, dass die Figuren im Bildschirm auftauchen und es so aussieht, als ob sie tatsächlich an den Exponaten baumeln. Übersetzt bedeutet Augmented Reality so was wie „erweiterte Realität“.

Inhaltlich geht es darum, entflohene Buchstaben wiederzufinden, um ein Lösungswort zusammenzusetzen und eine Erfindung in Gang zu setzen. Die Geschichte begeistert Jungen und Mädchen gleichermaßen. Die Buchstaben sehen aus wie kleine bunte Tierchen und sind auf quadratischen Plaketten angebracht – und immer in einer Höhe, dass sie von Kindern gut entdeckt werden können.

Sobald man sie gefunden hat, die Plakette, muss man die Buchstaben einfangen, die nämlich im Tablet plötzlich zum Leben erwachen. Zwischendrin werden ausgewählte Exponate vorgestellt und mit der Roboter-Story verwoben. MR4 und Katzomat erzählen sie, man kann aber auch mitlesen. Die Texte sind nicht zu lang und kindgerecht formuliert. Ein grüner Balken am unteren Bildrand zeigt an, wie lange es noch dauert.

Bei der Roboter-Rallye im Kommunikationsmuseum muss man Buchstaben einfangen.

Bei der Roboter-Rallye im Kommunikationsmuseum muss man Buchstaben einfangen.

© Nicole Schulze

Obwohl die Tipps zum Finden der Buchstaben recht eindeutig sind, braucht man mitunter vielleicht doch die eine oder andere Hilfestellung. Besonders am Anfang, wenn man nicht genau weiß, wonach man suchen muss: Wie groß sind die Buchstaben? Wie sehen sie aus? Da kann man sich an die Mitarbeitenden wenden, die auf jedem Stockwerk zugegen sind.

Die Kinder sind mit Feuereifer dabei, raten um die Wette, wollen schnell des Rätsels Lösung finden. Schön, dass die Spiele auf dem Tablet so gestaltet sind, dass sie alles selbst hinkriegen und es dabei keine Minute langweilig wird. Die Aufgaben sind prinzipiell weder zu schwer noch zu leicht.

Und die Animationen faszinieren; sie sind einfach total drollig. Lustig: Wenn man die Hand vor die Kamera des Tablets schiebt, kann es so aussehen, als ob Katzomat darauf sitzt. Das feiern die Kinder natürlich total ab und vergessen kurz, dass sie ja eigentlich auf einer Expedition sind.

Wie lange dauert die Roboter-Rallye?

Das Museum für Kommunikation gibt die Zeit für die digitale Buchstabenjagd mit 45 Minuten an. Und das kommt auch gut hin. Dennoch sollten Sie für den Besuch ein bisschen mehr Zeit einplanen, unter anderem, weil Sie im Obergeschoss an der Rohrpost vorbeikommen, die garantiert jedes Kind ausprobieren möchte.

Im Erdgeschoss stehen zudem etliche Erlebnisstationen, wo die Kinder verschiedene Gerätschaften ausprobieren und damit spielen können. Das macht ihnen hörbar Spaß. Ein Tipp für die Schatzkammer im Untergeschoss: Schauen Sie mal, ob Sie die Fledermaus entdecken …

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