Frauenfußball

Mit fliegenden Herzen: Ann-Katrin Berger kämpft erneut gegen den Krebs

Bei der deutschen Nationaltorhüterin wurde erneut Schilddrüsenkrebs diagnostiziert. Der Zuspruch aus der Fußball-Welt ist enorm, Bergers Zuversicht groß.

sid
3 Min
Die deutsche Fußball-Torhüterin Ann-Katrin Berger muss den Kampf gegen den Krebs erneut aufnehmen.

Die deutsche Fußball-Torhüterin Ann-Katrin Berger muss den Kampf gegen den Krebs erneut aufnehmen.

© dpa/Sebastian Gollnow

Ann-Katrin Berger flogen die Herzen zu. Den schweren Kampf gegen den zurückgekehrten Krebs muss die deutsche Fußball-Nationaltorhüterin nicht allein bestreiten. Nach der erschütternden Diagnose erhielt Berger aus der Fußball-Welt ganz viel Zuspruch.

Ob DFB-Kapitänin Alexandra Popp oder Lina Magull, Julia Gwinn oder Klara Bühl, die Kolleginnen bei ihrem Verein FC Chelsea oder, oder, oder: Sie alle sind in Gedanken bei Berger und kommentierten den viel zitierten Social-Media-Eintrag der Torhüterin mit Herzchen und aufmunternden Worten. Sie alle wissen um die Geschichte hinter dem Post: Im November 2017 war bei der damals 27-jährigen Berger schon einmal eine aggressive Form von Schilddrüsenkrebs diagnostiziert worden. Das erste Herzchen als Zeichen des Mitgefühls schickte ihr die frühere Potsdamer Mittelfeldspielerin Lia Wälti, die jetzt beim FC Arsenal kickt.

Nach vier krebsfreien Jahren ist die Krankheit zurück

Nach vier krebsfreien Jahren ist die schlimme Krankheit zurück, ihre Behandlung beginnt noch in dieser Woche. Sie arbeite, das schrieb Berger bei Instagram, „eng mit dem Vereinsarzt und einem Spezialisten in London zusammen“. Die Torhüterin vom FC Chelsea ist „zuversichtlich“, dass die Behandlung so gut anschlagen wird wie beim ersten Mal. Berger, die in Göppingen in Baden-Württemberg aufwuchs und eine Zeit lang bei Turbine Potsdam und auch bei Paris St. Germain spielte, will ihren Kampf öffentlich führen, um anderen Betroffenen eine Inspiration zu sein.

Die Profifußballerin geht die schwere Zeit nach der neuerlichen Schockdiagnose erneut mit ganz viel positiver Energie an und will die bevorstehenden harten Wochen und Monate wieder meistern. „Als Sportlerin musst du jeden Tag kämpfen, und das werde ich tun“, schrieb die Europameisterschaftszweite, die zuletzt bei der EM in England allerdings ohne Einsatz geblieben war.

Bei ihrem ersten Kampf gegen den Krebs, damals in den dunklen Tagen des Herbstes 2017, spielte Ann-Katrin Berger für Birmingham City. Am Tag nach der schlimmen Diagnose ging sie tatsächlich zum Training, zwei Wochen später wurde sie sechseinhalb Stunden lang operiert. „Das Gefühl, einzuschlafen und nicht zu wissen, was passiert, war heftig“, sagte sie im vergangenen Jahr in einem Interview. Es schloss sich eine höchst unangenehme Radiojodtherapie an. Die Behandlung verlief erfolgreich, am 4. Februar 2018 gab Berger ihr Comeback.

„Es war eine der größten Herausforderungen in meinem Leben. Sie hat mich geprägt, und ich bin dadurch größer, stärker und ehrgeiziger geworden“, sagte Berger damals der Sport Bild. 2017 hatte die schlimme Diagnose sie schwerstens schockiert, aber nicht umgeworfen. „Beim Gespräch mit dem Arzt war auch eine Psychologin anwesend. Sie wussten ja, was sie mir gleich sagen müssen“, berichtete sie 2021. Sie habe nur zwei Fragen gehabt: „Meine erste war, ob ich sterben werde. Die zweite, ob ich auch wieder Fußball spielen kann, wenn ich nicht sterbe.“

Das ist ihr damals eindrucksvoll gelungen – und es soll Ann-Katrin Berger ein weiteres Mal gelingen.

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