Fühlen Sie sich in Ihrer Firma unsinnig unter Druck gesetzt? Steht die versprochene Gehaltserhöhung längst aus? Wird Ihnen so viel Arbeit aufgebürdet, dass Sie kaum zum Nachdenken kommen? Sollten Sie diese Fragen mit Ja beantworten, wirkt Ihr Arbeitgeber vermutlich mit allen Tricks darauf hin, Sie klein zu halten. Welche Methoden das genau sind und wie Sie sich effektiv wehren können, erklärt Carmen Schön, Unternehmenscoach, in ihrem Buch "Die geheimen Tricks der Arbeitgeber".Durch konkrete Beispiele führt die Autorin die einzelnen Methoden, mit denen Berufstätige konfrontiert werden, schonungslos vor. Etwa jemanden für einen anderen Job einzustellen, als den tatsächlich auszuführenden. Dann steht auf der Visitenkarte eben nur "Manager", entsprechend ist die Bezahlung auch niedriger als bei dem eigentlich auszufüllenden Führungsposten. Der wurde mit Pech womöglich im Einstellungsgespräch für die Zukunft versprochen -auf die neue Position warten die meisten vergebens. Wer sich bereits auf diesen Deal eingelassen hat, dem empfiehlt der Karrierecoach, nach der Probezeit neu zu verhandeln. Auch wer ein niedriges Gehalt akzeptiert, weil ihm eine Beförderung in Aussicht gestellt wird, tut gut daran sich abzusichern: Das Versprechen sollte im Arbeitsvertrag festgeschrieben sein.Zudem geht die Autorin auf emotionale Tricks, durch die Angestellte klein gehalten werden, ein. Etwa auf ein unerklärliches Wechselbad aus Lob und Kritik, das Heranziehen von Kollegen zu Konkurrenten oder die Zuweisung unlösbarer Aufgaben. In allen Fällen liefert Carmen Schön Tipps zur Gegenwehr. Dabei klingt manche pragmatische Aufforderung zunächst unsinnig. Etwa sich bloß nicht als Arbeitsbiene zu beweisen und sich unentbehrlich zu machen. Wird Fleiß etwa nicht belohnt? Nein, urteilt Carmen Schön: Wer sich besonders viel aufbürdet, den wird der Arbeitgeber nicht befördern. Der Hintergrund: Würden Sie auf einen anderen Posten wechseln, müsste ein neuer Kandidat für Ihre alte Stelle gefunden werden. Und es ist für Ihren Arbeitgeber zu befürchten, dass der Nachfolger weniger wegschaffen würde als Sie. Außerdem ist die Suche mit viel Aufwand verbunden -leichter ist es für den Chef, den Status quo beizubehalten. Ein weiterer Haken am zu eifrigen Erledigen von Routineaufgaben: So bleibt weder Zeit noch Energie übrig, sich mit außergewöhnlichen Ideen oder strategischen Vorschlägen hervorzutun. Beides ist jedoch für Karrieresprünge nötig.------------------------------Zum NachlesenDie geheimen Tricks der Arbeitgeber. Karrierefallen erkennen und selbstbewusst kontern: Carmen Schön, Eichborn Verlag, Frankfurt am Main, 2009, 188 Seiten, 16,95 Euro.Mädchen für alles. Wie Sie die typisch weiblichen Jobfallen vermeiden: Annette C. Anton, Campus Verlag, Frankfurt am Main/New York, 2009, 207 Seiten, 17,90 Euro.Was Ihre Mitarbeiter wirklich von Ihnen erwarten. Die Übersetzungshilfe für Führungskräfte, Maren Lehky: Campus Verlag, Frankfurt am Main/New York, 2009, 221 Seiten, 24,90 Euro.------------------------------Foto: Wer sich klaglos zuviel Arbeit aufhalsen lässt, wird nie befördert -schließlich sind fleißige Arbeitsbienen unverzichtbar.
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