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„Katastrophale Zustände“: Mitarbeiter des Berliner Flüchtlingsamts schlagen Alarm

Mitarbeiter des Landesamts für Flüchtlingsangelegenheiten schreiben einen Brandbrief. Sie klagen über massive Überlastung.

Team News dpa/BLZ
2 Min
Das Berliner Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) in Wilmersdorf 

Das Berliner Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) in Wilmersdorf 

© Steinach/imago

Beschäftigte des Berliner Landesamts für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) haben offenbar einen Brandbrief verfasst, in dem sie massive Überlastung aufgrund des starken Zuzugs von Migranten beklagen. Nach Angaben der Zeitung Die Welt warnen darin etwa 40 von 530 Mitarbeitern vor einer völligen Überforderung. „Die Arbeitsbedingungen haben unser Maß des Erträglichen längst erreicht. In keiner anderen Behörde herrschen solche katastrophalen Zustände“, zitierte die Zeitung am Freitag aus dem Schreiben. Der Deutschen Presse-Agentur wurde die Existenz des Schreibens aus Kreisen der Behörde offenbar bestätigt. 

„Wir haben gemahnt, appelliert und aufgefangen, aber jetzt brechen wir unter der Arbeitslast zusammen“, klagen die Mitarbeiter laut Welt in ihrem „Hilferuf“. „Jeder Sachbearbeiter hat doppelt so viele Fälle zu bearbeiten, wie überhaupt zu schaffen sind, und täglich kommen neue hinzu.“ Zustände der Krisensituation 2015/2016 wiederholten sich.

„Dem Land Berlin droht ein massiver finanzieller Schaden!“

Eine Folge sei, dass Anträge nicht so umfassend wie nötig geprüft würden und Menschen Mittel erhielten, die ihnen so nicht zustünden. „Rückforderungen, stellenweise fünfstellige Beträge, verjähren, weil die Sachverhalte nicht rechtzeitig an den Bereich Forderungsmanagement abgegeben werden können. Dem Land Berlin droht ein massiver finanzieller Schaden!“

Eine LAF-Sprecherin bestätigte auf dpa-Anfrage, dass die Beschäftigten derzeit teils deutlich höhere Fallzahlen zu bearbeiten hätten als eigentlich vorgesehen. Dass Fälle aufgrund von Überlastung nicht mehr sachgerecht abgearbeitet werden könnten, treffe aber „so pauschal nicht zu“, sagte sie der Welt. „Der sogenannte Hilferuf verkennt die insbesondere seit Ende letzten Jahres eingeleiteten unterstützenden Maßnahmen für die Leistungssachbearbeitung.“

Das LAF sei in den vergangenen Jahren nicht so gewachsen, wie das Arbeitsaufkommen angestiegen ist, heißt es in einer Stellungnahme der Behörde weiter. „Während die Anzahl derjenigen, die vom LAF untergebracht werden müssen, sich demnächst im Vergleich zu 2022 verdoppelt haben wird, hat das LAF aktuell mit rund 532 besetzten Vollzeit-Stellen ganze drei Stellen mehr als vor Beginn Ukraine-Kriegs. Dies bedarf einer Gesamtanstrengung des Senates.“

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