Wegen Kündigungen

Mitarbeiter-Protest: RBB rechnet mit Programmauswirkungen

Freischaffende Mitarbeiter des RBB wollen für mehrere Tage ihre Arbeit einstellen. Dadurch könnten ganze Sendungen im Fernsehen und in den Radios ausfallen.

Team News Alexander Schmalz dpa/lex
2 Min
Der RBB-Standort Berlin: Der Sender rechnet mit Programmauswirkungen wegen Mitarbeiter-Protesten.

Der RBB-Standort Berlin: Der Sender rechnet mit Programmauswirkungen wegen Mitarbeiter-Protesten.

© dpa/Jens Kalaene

Anstoß für den Protest von freischaffenden Mitarbeitern, für mehrere Tage Anfang Mai ihre Arbeitskraft nicht zur Verfügung zu stellen, war die Sender-Ankündigung im Februar gewesen, dass das Frühabendprogramm zum Jahr 2022 verändert wird. Die Sendung „zibb – zuhause in Berlin und Brandenburg“ wird eingestellt. Das rief Kritik etwa bei Gewerkschaftern hervor – von rund 75 Betroffenen war bei Kritikern die Rede und von Kündigungen.

RBB-Mitarbeiter protestieren für besseren Schutz vor Jobverlust

Bereits am Samstag hatten freischaffende RBB-Mitarbeiter vor der Senderzentrale in Berlin einen besseren Schutz vor Jobverlust sowie gleichwertige Bezahlung im Vergleich zu festangestellten Mitarbeitern gefordert und den mehrtägigen Protest damit gestartet.

Intendantin Patricia Schlesinger hatte unlängst mehrmals betont, dass man Lösungen für die Betroffenen von „zibb“ finden wolle. Nach Senderangaben werden mit allen Gespräche geführt. Vom Sender hieß es zur Initiative der Freischaffenden: „Der RBB sieht die Verunsicherung, die die aktuellen Veränderungen bei vielen Mitarbeitenden auslösen und er versteht die besondere Situation, in der die freien Kolleginnen und Kollegen dabei sind. Wir sind aber auch überzeugt, dass wir unserer Rolle als verantwortungsvoller Auftraggeber bisher gerecht geworden sind und auch weiter gerecht werden.“

Öffentlich-rechtliche Sender auf Sparkurs 

Insgesamt beschäftigt der Sender rund 1500 Mitarbeiter in einem arbeitnehmerähnlichen Verhältnis. Hinzu kommen rund 2000 Festangestellte. Der RBB spart wie die anderen öffentlich-rechtlichen Sender seit Jahren. Im Herbst hatte der Sender angekündigt, im Jahr 2021 rund 30 Millionen Euro zu sparen. Eine weitere unsichere Lage kommt für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk deshalb hinzu, weil unklar ist, ob der Rundfunkbeitrag steigen wird. Sachsen-Anhalt blockierte die Erhöhung um 86 Cent auf 18,36 Euro zum 1. Januar 2021. Das Bundesverfassungsgericht muss in der Sache noch entscheiden.

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