Mittelstandskongress

Berlins Mittelstand soll wieder in Schwung gebracht werden

Auf dem Berliner Mittelstandskongress diskutierten Unternehmer über Infrastruktur, Start-ups und öffentliche Investitionen. Wirtschaftssenatorin Yzer kündigte ein großangelegtes Förderprogramm an, um den Mittelstand in der Hauptstadt zu stärken.

Matthias Loke
3 Min
Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer und der Geschäftsführer des Berliner Verlags, Jens Kauerauf, auf dem Kongress im Gespräch mit Helmut Kaddatz, Inhaber des Geschäfts Licht+Funktion (v. l.).

Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer und der Geschäftsführer des Berliner Verlags, Jens Kauerauf, auf dem Kongress im Gespräch mit Helmut Kaddatz, Inhaber des Geschäfts Licht+Funktion (v. l.).

© Berliner Zeitung/Markus Wächter Lizenz

Wie steht es um Berlins Infrastruktur: Ist sie „Motor oder Bremse für Wachstum“? Unter diesem Thema fand am Mittwoch der Berliner Mittelstandskongress statt. Mehr als 1000 Unternehmer, Manager und Politiker nutzen die Gelegenheit, sich auf der Veranstaltung in der Mercedes-Welt am Salzufer über die Probleme der Wirtschaft in Berlin auszutauschen.

Klar war: Übermächtig kann die Bremswirkung nicht sein, sonst würde die Berliner Wirtschaft nicht solche starken Wachstumsraten aufweisen. Der Geschäftsführer des Berliner Verlages, Jens Kauerauf, mit der Berliner Zeitung Medienpartner des Kongresses, hob daher die immense Bedeutung der kleinen und mittleren Unternehmen als Wachstumstreiber in der Stadt hervor. Sie bilden das Rückgrat der hiesigen Wirtschaft. Die Unternehmen des Mittelstands seien meist nachhaltiger im Handeln als Konzerne und zeigten dennoch eine sehr hohe Risikobereitschaft.

Wirtschaftssenatorin Yzer kündigt Mittelstandsoffensive an

Aber ist die Infrastruktur auch so gut, dass sie Motor für das Wachstum ist? Daran gab es in vielerlei Hinsicht Zweifel. Christoph Paczkowski von der Dibag Industriebau AG kritisierte die Zustände auf den Straßen. Die Befahrbarkeit von Brücken werde immer weiter eingeschränkt, so dass es in Berlin langsam für Schwertransport schwierig werde.

Organisator Christian Gräff von der CDU-Mittelstandsvereinigung beklagte die geringe Investitionsquote der öffentlichen Hand. Berlin sei Schlusslicht aller Bundesländer, was langfristig die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtige. Vertreter von Firmen aus der digitalen Wirtschaft verwiesen darauf, dass man von dem Ziel beim Netzausbau, stabile Übertragungsraten von 50 Megabit zu erreichen, noch weit entfernt sei. Und selbst diese Marke sei noch viel zu niedrig.

Neben Start-ups, Tourismus, den Problemen einer vernetzten Stadt spielte auch das Thema Flüchtlinge eine Rolle: Jens Spahn (CDU), Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, forderte die Firmen auf, als Beitrag zur Integration in Praktika und Lehrstellen zu investieren. Berlins Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer kündigte an, eine neue Mittelstandsoffensive auf den Weg zu bringen – mit ausgeweiteten bestehenden sowie neuen Förderprogrammen. Gesamtvolumen 150 Millionen Euro.

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