Berlin Fashion Week

Modewoche für alle: Wo Sie ohne Einladung auf die Berliner Fashion Week kommen

Modenschauen, Upcycling-Workshops und Partys: Hier können Sie in den kommenden Tagen die Fashion Week erleben - auch ganz ohne Einladung.

6 Min
Zu Gast auf der Fashion Week: Nicht für jede Veranstaltung braucht man eine Einladung.

Zu Gast auf der Fashion Week: Nicht für jede Veranstaltung braucht man eine Einladung.

© Imago

Nichts liebt der gemeine Modemensch mehr, als die Exklusivität. Zu wissen, dass er oder sie, dies oder das zuerst erfahren, exklusive Einblicke und exklusive Events genossen hat. Insofern passt es ausgezeichnet, dass die heute startende Berliner Fashion Week mit dem Telegraphenamt einen neuen zentralen Austragungsort gefunden hat. Hier findet der „MBFW“ genannte und durch den Automobilkonzern Mercedes-Benz hauptgesponserte Teil der Modewoche statt – und tatsächlich ist das Telegraphenamt offiziell noch gar nicht eröffnet.

Erst im Herbst wird die historische Location zwischen Monbijoupark und Museumsinsel als Hotel auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, soll dann „die gesellschaftliche und gastronomische Landkarte Berlins maßgeblich mitprägen“, wie es heißt. Die Modejournalistinnen und Fotografen, Einkäuferinnen und Influencer, die nun zur Modewoche kommen, sind also die ersten, die einen Blick in den renovierten Neobarock-Bau werfen – vor der Fashion Week hat noch kein Event hier stattgefunden.

Und auch ansonsten ist die Modewoche als Fachveranstaltung in weiten Teilen eine geschlossene Gesellschaft: die sechs Modenschauen der „MBFW“, die Offsite-Präsentationen anderer Designerinnen und Designer wie William Fan oder SF1OG, Cocktail-Events und Dinner-Abende – alle nur für geladene Gäste. Aber es gibt sie doch, die kleinen feinen Veranstaltungen, die auch branchenfremden Gästen offenstehen. Wir haben für Sie einen kleinen Kalender zusammengestellt, was sich in den kommenden Tagen auf der Berliner Modewoche auch ohne Einladung erleben lässt.


Montag, 5. September

12-18 Uhr Präsentation von La Case Paulette & Bâtar D’Este: Die Berliner Boutique für nachhaltige, inklusive Mode, La Case Paulette in Prenzlauer Berg, und die Marke Bâtar D’Este machen gemeinsame Sache: Zusammen ist eine kleine Kollektion an Bomberjacken entstanden, hergestellt aus traditionellen japanischen Stoffen. Das bunte Ergebnis der Zusammenarbeit wird bei einem Store-Event vorgestellt.

La Case Paulette, Sredzkistraße 52 in Prenzlauer Berg. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

12-19 Uhr Präsentation von Tata Christiane: Das Berliner Label ist bekannt für seine schrillen, ausgefallenen Entwürfe, die nicht selten aus alten Materialien recycled werden. Am Montag präsentiert die Marke seine neue Frühjahrskollektion für das kommende Jahr im eigenen Lichtenberger Atelier – wer etwas Schönes findet, kann gleich zuschlagen und ein Design kaufen.

Tata Christiane Atelier, Am Stadtpark 2 in Lichtenberg. Eine Anmeldung ist nicht nötig.


Dienstag, 6. September

9.30-19 Uhr Nachhaltigkeits-Konferenz 202030 – The Berlin Fashion Summit: Schon seit einigen Saisons wird auf der mehrtägigen Veranstaltung über Themen der Nachhaltigkeit und Ethik im modischen Kontext debattiert. Tickets können über die Webseite des Events gekauft werden – die Karten für einige ausgewählte Panels, Talks und Vorträge sind umsonst zu haben. Die Konferenz geht bis zum Mittwoch, ein Blick auf das reichhaltige Programm lohnt sich also.

202030 – The Berlin Fashion Summit im Kino Colosseum, Gleimstraße 31 in Prenzlauer Berg. Informationen zum Programm und zu den Tickets gibt es hier.

10-18 Uhr Ausstellung „Jewellery & Garment“: Die Ausstellung im Bröhan-Museum erzählt die Geschichte des sogenannten Autorenschmucks, der seit den 1960er Jahren ein künstlerisches Genre der Mode darstellt. Damals wurde das Schmuckdesign zunehmend mit künstlerischen Konzepten untermauert, Entwürfe, die in dieser Zeit entstanden sind, finden sich heute weltweit in den Sammlungen zahlreicher Museen. Die Ausstellung zeigt entsprechende Schmuckstücke, neue sowie alte, und stellt den Exponaten klassische Modeentwürfe gegenüber.

„Jewellery & Garment“ im Bröhan-Museum, Landesmuseum für Jugendstil, Art Deco und Funktionalismus, Schlossstraße 1a in Charlottenburg. Die Ausstellung läuft noch bis Januar 2021, mehr Informationen gibt es hier.

10-18 Uhr Mode-Installation „Berliner Salon“ im Kulturforum: Seit einigen Jahren ist der Berliner Salon eine Institution auf der Berliner Modewoche. Innerhalb einer Gruppeninstallation präsentiert das Beste, was die deutsche Modebranche zu bieten hat, seine neuen Entwürfe. Nach Stationen im Kronprinzenpalais, der Elisabeth Kirche und dem Kraftwerk gastiert der Salon nun im Kulturforum, wo er am Dienstag und Mittwoch von allen Interessierten besucht werden kann.

Berliner Salon im Kulturforum, Matthäikirchplatz in Tiergarten. Eine Anmeldung ist nicht nötig, mehr Informationen gibt es hier.

18 Uhr Modenschauen und Präsentationen im Showroom von Faex: Der Onlineshop Faex vertritt zahlreiche unabhängige Modemarken; 25 von ihnen präsentiert er in einem eigenen Showroom während der Berliner Modewoche. An einem Abend, für den um eine Registrierung über eine Webseite gebeten wird, gibt es Modenschauen, Designer-Talks und Drinks.

Faex Showroom in den Heckmann Höfen, Oranienburger Straße 32 in Mitte. Das komplette Programm gibt es hier, für den Event können Sie sich hier registrieren.


Mittwoch, 7. September

12–20 Uhr Upcycling-Workshop „Extraterrestrial“: Die Veranstaltung „Extraterrestrial“ läuft mehrere Tage im Bikini-Haus, besonders spannend klingt der Mittwoch: Hier kann die eigene Kleidung im Zuge eines Upcycling-Workshops verändert und veredelt werden – oder gleich was ganz neues entworfen werden. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden zum Beispiel natürliche Färbemethoden nähergebracht, auf der Webseite des Anbieters gibt es eine Liste, was zum Workshop mitgebracht werden sollte; auch um eine Anmeldung wird gebeten.

„Extraterrestrial“ im Bikini Berlin, Budapester Straße 38-50 in Charlottenburg. Mehr Informationen und die Anmeldung zum Workshop gibt es hier.

12-20 Uhr „Berlin Berlin“-Shop von Highsnobiety: Als eine der wenigen Berliner Modeunternehmen konnte sich Highsnobiety einen internationalen Namen machen. Und trotzdem bleibt das Streetwear-Onlinemagazin seiner Berliner Heimat treu: Innerhalb eines Pop-Up-Shops im eigenen Headquarter stellt Highsnobiety eine Kollektion vor, für die mit verschiedenen Institutionen der Stadt zusammengearbeitet wurde, darunter Tresor und Neue Nationalgalerie. Mehr Berlin geht nicht.

„Berlin Berlin“-Pop-Up-Shop bei Highsnobiety, Genthiner Strasse 32-34 in Tiergarten. Eine Anmeldung ist nicht nötig.


Donnerstag, 8. September

12-19 Uhr Workshop „Upcycling Total“ von AnnAmare: Persönliche Beratung von einer Modedesignerin? Bei AnnMare ist das am Donnerstag möglich. Wer ein eigenes Kleidungsstück ins Kreuzberger Aterlier mitbringt, bekommt von Labelgründerin Anna Cafetzakis Tipps, wie sich das Teil verändern und verschönern lässt. Auch eine direkte Umsetzung ist möglich – wer einen ersten Upcycling-Auftrag an die Modemacherin erteilt, bekommt 10 Prozent Rabatt.

„Upcycling Total“ bei AnnAmare, Mehringdamm 75 in Kreuzberg. Die Designerin bittet um eine Anmeldung unter info@annamare.com

17-2 Uhr Modenschau und Party „Re:Kynk“ im Sage Beach Restaurant: Gleich neun unabhängige Designerinnen und Designer aus Berlin und der Ukraine sind an der Kollektion beteiligt, die am Donnerstag im Sage Beach Restaurant vorgestellt wird. Neben der Runway-Show sind auch DJ-Sets und Workshop-Angebote geplant, Cocktails gibt’s natürlich auch. Und das alles für einen guten Zweck: Mit dem Event werden Menschen in der Ukraine unterstützt.

„Re:Kynk“ im Sage Beach Restaurant, Köpenicker Straße 18-20 in Kreuzberg. Die Tickets kosten zwischen 11 und 22 Euro und sind hier zu bestellen.

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