Erdschein

Mond-Spektakel über Berlin: Das steckt hinter dem „Da Vinci Glow“

Der Mond bietet derzeit einen besonders gespenstischen Anblick. Wie kommt das Phänomen zustande und wann ist es am besten zu bestaunen?

Team News Sophie Barkey sba
3 Min
Der Mond zeigt bis etwa Ende Mai einen Da Vinci Glow.

Der Mond zeigt bis etwa Ende Mai einen Da Vinci Glow.

© GFC Collection/imago

Meistens ist es der Vollmond, der bei uns Menschen auf der Erde für Aufmerksamkeit sorgt. Doch in diesen Nächsten zeigt sich ein besonderes Phänomen an der schmalen Mondsichel. Über Berlin wird der Erdtrabant bis Ende Mai mit einem geisterhaftem Schimmern aufmerksamen Beobachtern einen besonderen Anblick bieten. Experten nennen das aktuelle Phänomen den „Da Vinci Glow“.

Es ist nicht der Mond selbst, der scheint, sondern seine Oberfläche reflektiert das Licht der Sonne. Je nachdem, in welchem Verhältnis der Himmelskörper dabei zur Erde steht, sieht man mehr oder weniger von ihm. So kommen die Mondphasen zustande. In den Tagen des Da Vinci Glows ist es jedoch so, dass außer der direkt von der Sonne bestrahlten Sichel auch der Rest des Mondes mit seiner Kraterlandschaft besonders sichtbar ist – und dabei geisterhaft aschfahl leuchtet.

Die Nasa erklärt, woran es liegt: Derzeit „scheint die Erde, weil sie das Sonnenlicht reflektiert und die Wolken den Großteil davon zurückwerfen“. Insbesondere in den Monaten April und Mai kommt es auf der Nordhalbkugel oft zum Da Vinci Glow, denn in diesem Zeitraum sind besonders viele Wolken am Himmel, die das Sonnenlicht zurück auf den Mond werfen. Das Phänomen wird daher auch als Erdschein bezeichnet.

Wann ist das mystische Da-Vinci-Leuchten am besten zu sehen?

Der Künstler und Erfinder Leonardo Da Vinci war bereits im 16. Jahrhundert von dem Phänomen fasziniert und versuchte, seine Ursache zu ergründen. Wie das Portal Futurezone berichtet, führte Da Vinci das geisterhafte Leuten damals schon auf das Sonnenlicht zurück, das von der Erde abprallte – seiner Hypothese nach jedoch von den Ozeanen reflektiert wurde. Später fanden Forschende heraus, dass es tatsächlich hauptsächlich die Wolken sind, die das Licht auf den Erdtrabanten zurückwerfen. Trotz dieses kleinen Irrtums trägt das gespenstische Leuchten auch heute noch den Namen des weltberühmten Künstlers.

Am besten lässt sich das Spektakel kurz nach Sonnenuntergang oder kurz vor Sonnenaufgang beobachten. Je schmaler die Mondsichel, desto deutlicher tritt der Da Vinci Glow zutage. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Blick in den Himmel frei von Wolken ist.

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