Darin rechnet sie auch mit ihrem alten Verlag ab, dem S. Fischer Verlag in Frankfurt am Main, der im Oktober 2020 nach rund 40 Jahren Zusammenarbeit angekündigt hatte, sich von Monika Maron zu trennen. Daraufhin wechselte Maron zum Hamburger Verlag Hoffmann und Campe. Insbesondere ihrer bisherigen Verlegerin Siv Bublitz wirft sie nun vor, sie habe sie sogar nötigen wollen, einen bestimmten Text vorzulesen, um ihr die Tradition des Verlages zu verdeutlichen. Die Situation sei einfach absurd gewesen, wird Maron von Buchmarkt zitiert. „Frau Bublitz hatte ausgedruckte Seiten von Fischer Berman mitgebracht, die sollte ich lesen, in ihrer Anwesenheit wahrscheinlich, um zu verstehen, was Exil und ein Exilverlag ist“, schildert Maron die Begegnung mit Bublitz vor der Trennung. „Nun bin ich ja selbst als Exilautorin zu Fischer gekommen. Das war das eine. Und das andere war, was sie offenbar auch nicht wusste, obwohl sie es hätte wissen können, weil „Pawels Briefe“ ja bei Fischer erschienen ist, dass ich aus einer polnisch-jüdischen Familie komme und mein Großvater als Jude von den Nazis ermordet wurde. Mich musste man über die Geschichte nicht aufklären.“
Verlage
Monika Maron rechnet mit dem S. Fischer Verlag ab
Im Oktober 2020 hat sich der Frankfurter Traditionsverlag nach über 40 Jahren von der 80-jährigen Autorin getrennt. Nun spricht sie über Details.
3 Min
Link kopiert
Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert.
Monika Maron 2020 in ihrem Haus in der Nähe von Penkun, Mecklenburg-Vorpommern.
© Berliner Zeitung/Sebastian Wells