Nach dem gewaltsamen Tod zweier Touristen im südafrikanischen Kruger-Nationalpark hat die Nationalparkverwaltung SANParks zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen angekündigt. Wie die Behörde am Sonntag mitteilte, würden zusätzliche Patrouillen eingerichtet und die technischen Überwachungssysteme modernisiert.
Die Leichen eines 71-jährigen Mannes und einer Frau waren laut AFP am Freitag in einem Fluss entdeckt worden. Andere Parkbesucher hatten die Körper gefunden, nachdem die beiden Urlauber bereits am Mittwoch nicht in ihre Lodge zurückgekehrt waren. Der Mann wies Stichverletzungen auf, die Frau Blutergüsse, wie die Polizei laut der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Das Fahrzeug des Paares blieb verschwunden. Die Nationalität der beiden Opfer ist bislang nicht offiziell bekannt; die Nachrichtenagentur AFP spricht von „einheimischen“ Touristen.
Reynold Thakhuli, Kommunikationschef von SANParks, bezeichnete den Vorfall gegenüber dem südafrikanischen Regierungsportal SA News als beispiellos: In der 100-jährigen Geschichte des Parks habe es einen solchen Fall noch nie gegeben. Erste Ermittlungen der Ranger deuteten darauf hin, dass das Fahrzeug der Opfer den Park über einen Zaun in Richtung Mosambik verlassen habe, nicht über ein offizielles Tor, so Thakhuli laut SA News.
Größter Nationalpark Südafrikas
Laut dem britischen Sender GB News wurde das Paar zuletzt am 17. Mai beim Eingang Pafuri Gate in einem grünen Ford Ranger gesehen. Die Leichen seien nahe Crook’s Corner gefunden worden, einem abgelegenen Flussabschnitt am Dreiländereck zwischen Südafrika, Simbabwe und Mosambik. Die südafrikanische Polizei ermittle wegen zweifachen Mordes und Fahrzeugraubs, Festnahmen gebe es bislang nicht, berichtet GB News unter Berufung auf einen Polizeisprecher.
Der Kruger-Park ist mit 20.000 Quadratkilometern der größte Nationalpark Südafrikas und beherbergt die sogenannten Big Five: Elefant, Nashorn, Löwe, Leopard und Büffel. Er liegt im Nordosten des Landes und grenzt an Simbabwe und Mosambik. Nach Angaben von GB News beschäftigt der Park rund 750 bewaffnete Ranger, vorrangig zum Schutz vor Wilderei. Gewaltverbrechen gelten dort als äußerst selten.
Forstminister Willie Aucamp sprach den Angehörigen laut SA News sein Beileid aus und sicherte die Zusammenarbeit mit der Polizei zu. Die Familie der Opfer werde nach Angaben von Thakhuli am Montag im Park erwartet, SANParks werde bei der Überführung der Verstorbenen unterstützen.
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