Kremlkritikerin

Mordfall Politkowskaja: Täter kommt für Kriegseinsatz frei

Der Mörder der kremlkritischen Journalistin Anna Politkowskaja soll im Gegenzug für einen Kriegsdienst in der Ukraine vorzeitig aus der Haft entlassen werden...

dpa
2 Min
ARCHIV - Eine Frau legt in Moskau Blumen vor einem Porträt der ermordeten russischen Journalistin Anna Politkowskaja nieder (Archivbild).

ARCHIV - Eine Frau legt in Moskau Blumen vor einem Porträt der ermordeten russischen Journalistin Anna Politkowskaja nieder (Archivbild).

© Pavel Golovkin/AP/dpa

Zu dem Fall äußerte sich auch Dmitri Muratow, der Chefredakteur der renommierten Zeitung „Nowaja Gaseta“, für die Politkowskaja damals schrieb und die im Zuge des Angriffskrieg auf die Ukraine in Russland mittlerweile verboten wurde. „Die Rechte der Opfer werden vom Staat systematisch missachtet“, sagte der 62-Jährige, der 2021 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden war, dem Internetmedium „Ostoroschno Media“. Der Straftäter hätte ursprünglich erst 2034 aus der Haft entlassen werden sollen.

Mit „Blut auf dem Schlachtfeld“ sühnen

In den vergangenen Wochen haben in Russland immer wieder Fälle für Aufsehen gesorgt, in denen teils Schwerverbrecher von Präsident Wladimir Putin begnadigt wurden, damit sie in den Krieg gegen das Nachbarland Ukraine ziehen können. Der Kreml verteidigt die umstrittene Rekrutierungspraxis als Möglichkeit für die Verurteilten, ihre Taten durch „Blut auf dem Schlachtfeld“ zu sühnen.

Politkowskaja war im Oktober 2006 vor ihrer Wohnung in Moskau erschossen worden. Für das weltweit beachtete Attentat wurden mehrere Männer aus der russischen Teilrepublik Tschetschenien im Nordkaukasus verurteilt. Der nun freigelassene Mann soll die für ihre kritische Tschetschenien-Berichterstattung geschätzte Journalistin vor ihrer Tötung beschattet haben lassen. Politkowskajas Familie vermutet hinter dem Mord ein politisches Motiv und fordert bis heute eine vollständige Aufklärung.

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