Südasien

Moskau und Islamabad schließen Abkommen gegen irreguläre Migration und Drogenhandel

In Bischkek vereinbaren Russland und Pakistan ein Rückführungsabkommen. Gleichzeitig wollen die Behörden bei der Bekämpfung synthetischer Drogen enger zusammenarbeiten.

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Russland und Pakistan unterzeichneten ihr Abkommen am Rand eines SCO-Treffens in Bischkek.

Russland und Pakistan unterzeichneten ihr Abkommen am Rand eines SCO-Treffens in Bischkek.

© Alexander Ryumin/imago

Russland und Pakistan haben ein Rückführungsabkommen sowie ein Memorandum zum gemeinsamen Vorgehen gegen neue psychoaktive Substanzen unterzeichnet. Das teilte am Samstag die Sprecherin des russischen Innenministeriums, Irina Wolk, mit.

Demnach unterzeichneten der russische Innenminister Wladimir Kolokolzew und sein pakistanischer Amtskollege Mohsin Naqvi die Dokumente am Freitag am Rande eines Treffens der Innen- und Sicherheitsminister der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek.

Ziel der Vereinbarungen sei es, die Rückführung von Staatsbürgern zu erleichtern, die sich unerlaubt im jeweils anderen Land aufhalten, teilte das pakistanische Innenministerium mit. Die Abkommen sollten zudem die Zusammenarbeit der zuständigen Behörden gegen illegale Migration und Drogenhandel verbessern, hieß es aus dem russischen Innenministerium.

Synthetische Drogen rücken in den Fokus

Das Memorandum zwischen beiden Ministerien zielt nach Angaben aus Moskau ausdrücklich auf neue psychoaktive Substanzen. Damit sind synthetisch hergestellte Rauschmittel gemeint, deren chemische Zusammensetzung häufig verändert wird, um nationale Verbotslisten zu umgehen.

Nach Daten des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) hat sich der Markt in der Region verschoben. Der Anbau von Schlafmohn in Afghanistan ging im Jahr 2025 nach Angaben der Behörde um 20 Prozent zurück, die Opiumproduktion sank um 32 Prozent. Zugleich nehme die Produktion synthetischer Drogen, insbesondere Methamphetamin, zu. Beschlagnahmungen in Afghanistan und den Nachbarländern lagen Ende 2024 laut UNODC rund 50 Prozent über dem Niveau des dritten Quartals 2023.

Pakistan schiebt Afghanen in großer Zahl ab

Bei den Gesprächen in Bischkek erörterten der pakistanische Innenminister Naqvi und sein tadschikischer Amtskollege Ramazon Rahimzoda laut dem Innenministerium in Islamabad  auch die Lage in Afghanistan. Beide Minister waren sich einig, dass dort etwa 25 verschiedene militante Gruppierungen aktiv sind.

Pakistan setzt seit 2023 eine umfassende Abschiebepolitik gegen afghanische Flüchtlinge um. Laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch werden täglich Afghaninnen und Afghanen ausgewiesen, die zum Teil seit Jahren in Pakistan leben.

Zwischenstaatliche Organisation: Was es mit der SCO auf sich hat

Das Treffen der SCO-Innenminister stand unter kirgisischem Vorsitz. Teilnehmer waren neben den Ressortchefs der Mitgliedstaaten auch SCO-Generalsekretär Nurlan Jermekbajew aus Kasachstan sowie der Generalsekretär der internationalen Polizeiorganisation Interpol.

Die Shanghaier Organisation umfasst neben Pakistan und Russland unter anderem China, Indien, Belarus sowie die zentralasiatischen Staaten Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan. Iran ist seit 2023 Vollmitglied. Gegründet wurde die SCO 2001 von China, Russland, Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan. Sie 
ist kein Militärbündnis und kein supranationaler Staatenbund, sondern eine zwischenstaatliche Organisation für Sicherheits-, Wirtschafts- und Außenpolitik.

Das Gewicht der SCO ergibt sich vor allem aus der Mitgliedschaft Chinas, Russlands, Indiens, Pakistans und des Irans. Ihr Handlungsspielraum bleibt zugleich begrenzt. Die Mitgliedstaaten verfolgen teils gegensätzliche Interessen, etwa Indien und Pakistan oder China und Indien. Gemeinsame Beschlüsse beruhen auf  Abstimmungen zwischen den Regierungen statt auf übergeordneten Institutionen.

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