Der Druck auf die Ermittler, die nach dem gestohlen Goldschatz aus dem Bode-Museum suchen, wächst. Tag für Tag schwinden die Hoffnungen, die 100 Kilogramm schwere Münze im Ganzen zu finden. Jetzt wurden Goldhändler und Juweliere, die über spezielle Muffelöfen zum Schmelzen von Gold betreiben, um Mithilfe gebeten.
Diese Öfen haben keine offene Flamme. Ihre Wärmequelle ist von der Brenngutkammer getrennt. Der hitzebeständige Einsatz wird Muffel genannt. "Die Polizei hat mich gebeten, Bescheid zu geben, wenn mir Teile der Goldmünze zum Schmelzen angeboten werden", sagte ein Juwelier der Berliner Zeitung. Er wisse aber noch nicht, wie er sich verhalten werde, weil er Kundenwünsche eigentlich nicht öffentlich nicht weiter trage.
20 Hinweise, aber keine heiße Spur
Zusätzlich sucht die Polizei weiter nach Zeugen, die in der Nacht zu Montag den Kunstraub oder verdächtige Personen beobachtet haben. Bis zum Mittwochmittag waren mehr als 20 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. „Wir gehen allen Anhaltspunkten gründlich nach.“ Aber: „Bisher sieht es aber nicht so aus, als wäre eine heiße Spur dabei“, so eine Polizeisprecherin.
Eine andere Hoffnung der Ermittler hat sich inzwischen zerschlagen: Am Montagabend war gegen 19.20 Uhr in einem Steglitzer Parkhaus ein dunkler Mercedes in Flammen aufgegangen. Das Auto wurde angesteckt.
Die Polizei schloss noch am Dienstag nicht aus, dass es sich bei dem Wagen um das Fluchtauto handeln könnte. Allerdings gebe es nun keine Hinweise mehr, die die Version bestätigen, sagte ein Pressesprecher am Mittwoch.
Der spektakuläre Diebstahl der Goldmünze „Big Maple Leaf“ ist in Berlin ein beispielloser Kriminalfall. Der einzig vergleichbare Münzdiebstahl geschah im Jahr 1718. Die beiden Täter wurden gefasst und gevierteilt.
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