Museumsinsel

Das Welpersche Badehaus und der moderne Badeboom

Maritta Tkalec
2 Min
Das Welpersche Badehaus lag auf der Berliner Museumsinsel an der Friedrichsbrücke. Grafik von Friedrich August Calau, nach 1804.

Das Welpersche Badehaus lag auf der Berliner Museumsinsel an der Friedrichsbrücke. Grafik von Friedrich August Calau, nach 1804.

© Wikimedia/gemeinfrei

Körperhygiene beschäftigte die Leute durch die Jahrhunderte auf unterschiedliche Weise: Die Römer liebten ihre Thermen –  die Germanen interessierten sich nicht fürs Laubaden. Im Mittelalter entstanden in den Städten Badestuben, in denen sogenannte Bader Leiden behandelten – Blut schröpften oder Zähne zogen. Auch Haareschneiden und Schwatzen gehörten zum Programm. Mancherorts gab es Bordellbetrieb.

Holzmangel und Furcht vor Seuchen führten im ausgehenden Mittelalter zur Schließung vieler Badehäuser. Im 18. Jahrhundert – und dann mit dem Wachstum der großen Städte – setzte ein neuer Badeboom ein: Arme Leute hatten kein eigenes Bad, sie gingen familienweise gegen kleines Geld in öffentliche Volksbäder.

Abriss 1871

In Berlin kam das Welpersche Badehaus zu einiger Bekanntheit. 1802 erlaubte eine Kabinettsorder dem Stadtphysikus Dr. Gustav Adolph Welper das Anlegen einer Badeanstalt. So wurde der Arzt zum Begründer des neuzeitlichen Berliner Badewesens.

Das Welpersche Badeschiff lag an der Langen Brücke (Rathausbrücke, Mitte) und existierte bis 1827. Es war so erfolgreich, dass Welper bald darauf ein größeres Badehaus an der Friedrichsbrücke (heute Museumsinsel) baute. Der Abriss kam 1871 – es musste Kolonnaden weichen.

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