Muslime in Europa: Ihr Anteil könnte sich laut Pew-Studie bis 2050 verdoppeln

Derzeit leben in Europa 25,8 Millionen Muslime – ihr Anteil wird steigen. Wie hoch, dafür entwickeln die Forscher des Pew-Instituts verschiedene Szenarien.

BLZ
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In Europa leben immer mehr Muslime, vor allem in Mittel- und Westeuropa. Das gilt auch für Staaten wie Deutschland, Österreich und Italien, die sich lange Zeit nicht als Einwanderungsländer verstanden haben. Die Ressentiments gerade gegen muslimische Zuwanderer wachsen ebenfalls in vielen Ländern, nicht zuletzt sie haben rechtspopulistischen Parteien zum Erfolg verholfen.

Wie aber wird sich die muslimische Bevölkerung in Europa entwickeln? Dieser Frage ging das renommierte Pew-Forschungsinstitut in Washington in einer Studie nach, die am heutigen Donnerstag veröffentlicht wird und dieser Zeitung vorliegt. Pew entwickelt darin drei Szenarien für das Jahr 2050 und prognostiziert, dass die Zahl der Muslime in Europa auf jeden Fall steigen wird, selbst wenn ab sofort kein einziger weiterer muslimischer Migrant oder Flüchtling mehr käme.

Kaum Muslime in Osteuropa und dem Baltikum

Grundlage für die Szenarien waren Daten aus den einzelnen europäischen Ländern und europäischen Institutionen wie Eurostat, die Mitte 2016 vorlagen. Auch die Schweiz und Norwegen wurden mitberücksichtigt, obwohl sie nicht zur Europäischen Union gehören. 2016, also nach der großen Fluchtbewegung über den Balkan, lebten in Europa knapp 25,8 Millionen Muslime – das entspricht einem Anteil von 4,9 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die meisten Muslime in Mittel- und Westeuropa leben in Frankreich, gefolgt von Schweden (8,1), Belgien (7,6), den Niederlanden (7,1), Großbritannien (6,3) und Deutschland (6,1).

Auffallend ist, wie niedrig der Anteil von Muslimen in den osteuropäischen und baltischen Staaten ist – mit Ausnahme von Bulgarien, wo schon immer viele Muslime lebten.

Als muslimische Migranten werden in der Studie alle Muslime definiert, die in die jeweiligen Länder kommen, also reguläre Zuwanderer, die in Europa arbeiten wollen oder Familie haben, aber auch Flüchtlinge und Asylbewerber, deren Verfahren bereits abgeschlossen ist.

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