Eigentlich sollte es nur ein einzelnes Interview zum Thema Gewalt in der Pflege werden, aus Anlass zweier erneuter Missbrauchsserien in Pflegeheimen in Berlin und NRW. Dann wurde das Gespräch so tiefgründig, dass wir mit Frank Weidner, der seine Karriere als Krankenpfleger begann, zum Professor für Pflegewissenschaften wurde und nun schon seit Jahrzehnten das Institut für angewandte Pflegeforschung in Köln leitet, noch über weitere drängende Pflege-Fragen gesprochen haben. Vor allem darüber, warum der ständige Ruf nach mehr Gehalt das System in eine Sackgasse führt. Nun, im dritten und letzten Teil des Interviews, geht es noch einmal um das eigentliche Thema Gewalt und um die entscheidende Frage, was passieren muss, damit sich die Dinge in der Pflege endlich zum Guten ändern.
Pflege in der Krise
Muss das Gesundheitssystem zusammenbrechen, damit die Pflege sich bessert?
Viele, die in der Pflege arbeiten, glauben an den großen Knall. Pflegewissenschaftler Frank Weidner sagt: Wir sind schon mittendrin. Letzter Teil des Interviews.
Link kopiert
Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert.
Auch Patienten mit Tabletten ruhig zu stellen, gehört zum Spektrum der Gewalt in der Pflege. Der AOK-Bundesverband fand jüngst in seinem Pflegereport 2023 heraus, dass bis zu zehn Prozent der deutschen Heimbewohner dauerhaft mit Schlaf- und Beruhigungsmitteln behandelt werden. Im Westen eher mehr, im Osten eher weniger.
© epd