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Luftwaffen-Mitschnitt: Taurus-Gespräch wohl authentisch – Scholz will „zügige“ Aufklärung

Russische Medien veröffentlichten einen geheimen Audio-Mitschnitt, in dem Bundeswehrsoldaten über den Einsatz deutscher Taurus-Marschflugkörpern sprechen. Kanzler Scholz fordert Aufklärung.

Team News AFP/dpa/BLZ
3 Min
Bundeskanzler Olaf Scholz äußert sich am Rande einer Privataudienz am 02. März bei Papst Franziskus im Vatikan zum Luftwaffen-Mitschnitt.

Bundeskanzler Olaf Scholz äußert sich am Rande einer Privataudienz am 02. März bei Papst Franziskus im Vatikan zum Luftwaffen-Mitschnitt.

© Alessandra Tarantino/AP/dpa

Nach den Berichten über ein von Russland abgehörtes internes Gespräch von deutschen Bundeswehroffizieren bezüglich des Marschflugkörpers Taurus hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) eine „zügige“ Untersuchung des Vorfalls zugesagt.

„Das, was dort berichtet wird, ist eine sehr ernste Angelegenheit“, sagte der Kanzler am Samstag bei einem Besuch im Vatikan. „Und deshalb wird das jetzt sehr sorgfältig, sehr intensiv und sehr zügig aufgeklärt und das ist auch notwendig.“

Laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur ist das Gespräch authentisch. Die Offiziere haben sich anscheinend über die Plattform Webex verbunden.

Sicherheitspolitiker wie Strack-Zimmermann fordern Konsequenzen

„Wir müssen dringend unsere Sicherheit und Spionageabwehr erhöhen, denn wir sind auf diesem Gebiet offensichtlich vulnerabel“, sagte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Bundestags, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Johann Wadephul forderte die Bundesregierung auf, die Vorschriften für den Schutz von Kommunikation nachzuschärfen.

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Der Grünen-Politiker Konstantin von Notz sagte dem RND: „Es stellt sich die Frage, ob es sich hier um einen einmaligen Vorgang oder ein strukturelles Sicherheitsproblem handelt.“ Er erwarte „umgehende Aufklärung aller Hintergründe“, forderte der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums.

Auch das Verteidigungsministerium in Berlin eine Prüfung eingeleitet. Eine Sprecherin sagte am Samstagmorgen auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP, der Militärische Abschirmdienst habe „alle erforderlichen Maßnahmen eingeleitet“. Es werde geprüft, „ob Kommunikation im Bereich der Luftwaffe abgehört wurde“, fügte sie hinzu. „Zum Inhalt der offenbar abgehörten Kommunikation können wir nichts sagen.“

Am Freitag hatte die Chefredakteurin des früher als Russia Today bekannten russischen Staatssenders RT, Margarita Simonjan, einen 38-minütigen Mitschnitt veröffentlicht, in dem ein Gespräch zwischen deutschen Offizieren zu hören sein soll. Darin sind Gespräche über einen möglichen Einsatz von Taurus-Marschflugkörpern aus deutscher Produktion durch ukrainische Streitkräfte und deren mögliche Auswirkungen zu hören – ebenso wie auch über die Ausrichtung der Marschflugkörper auf Ziele wie die Krim-Brücke. Diese verbindet die von Russland annektierte Halbinsel mit dem russischen Festland.

Geheimes Gespräch geleakt: Russland fordert Erklärung von Deutschland

Der Spiegel berichtete, intern werde nach einer ersten Analyse davon ausgegangen, dass das Band authentisch sei. Die virtuelle Besprechung fand dem Bericht zufolge nicht über eine gesicherte Leitung, sondern die Plattform Webex statt.

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums forderte „Erklärungen von Deutschland“. Versuche, die Beantwortung dieser Fragen zu vermeiden, „werden als Schuldeingeständnis bewertet werden“, sagte Maria Sacharowa.

Dmitri Medwedew bezeichnet Deutschen als „Erzfeind“

Der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew schrieb im Onlinedienst Telegram, „unsere uralten Rivalen – die Deutschen – sind erneut zu unseren Erzfeinden geworden“. Die deutsche Seite bediene sich „falscher Rhetorik“, wenn sie vorgebe, nicht an dem Konflikt beteiligt zu sein.

Medwedew, derzeit Nummer zwei des Sicherheitsrates in Russland, merkte zudem an, „mit welcher Gründlichkeit und in welchem Detail die Deutschen den Angriff auf unser Territorium mit Langstreckenraketen erörtern“.

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