Die unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Jugendklub Wutzkyallee in Berlin-Neukölln hat ihre Arbeit aufgenommen. Das teilte das Bezirksamt Neukölln am Montag mit. Die unabhängige Kommission soll die Vorfälle sexualisierter Gewalt im Neuköllner Jugendklub Wutzkyallee aufklären. Geleitet wird sie von der Diplompsychologin Elke Nowotny. Erste Ergebnisse werden bis Ende Mai erwartet.
Nowotny war von 1996 bis 2017 Vorstandsvorsitzende des Kinderschutz-Zentrums Berlin und war zuvor in der unabhängigen Clearingstelle zu Vorwürfen gegen die Staatliche Ballettschule Berlin tätig.
Mutmaßliche Vergewaltigung: Umgang der Behörden in der Kritik
Dem Gremium gehören laut Mitteilung fünf weitere Mitglieder mit Expertise im institutionellen Kinderschutz und im Umgang mit sexualisierter Gewalt an, darunter Vertreterinnen des Kinderschutz-Zentrums Berlin, der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie sowie eine Rechtsanwältin.
Die Kommission soll Vorfälle sowie den Umgang aller Beteiligten, insbesondere der Behörden und Sozialarbeiter, damit aufklären. Im Mittelpunkt stünden die Sachverhaltsaufklärung, eine Fehleranalyse mit Blick auf den institutionellen Kinderschutz und die Beteiligung der betroffenen jungen Menschen, hieß es vom Bezirksamt. Auf dieser Grundlage werde das Gremium Empfehlungen zur Stärkung des Kinderschutzes im Jugendamt Neukölln und bei den freien Trägern formulieren.
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Erste Ergebnisse sollen dem Bezirksamt und dem Jugendhilfeausschuss bis Ende Mai vorgelegt werden, der Abschlussbericht bis Anfang September.
16-Jährige soll in Jugendklub vergewaltigt worden sein
Anlass ist eine mutmaßliche Vergewaltigung einer 16-Jährigen Ende 2025 in dem Jugendklub. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde die Polizei weder vom Jugendzentrum noch vom Jugendamt informiert; bekannt wurde der Fall erst durch eine Anzeige des Vaters am 23. Februar. Eine zuständige Mitarbeiterin des Jugendamts wurde inzwischen freigestellt.
Jugendstadträtin Sarah Nagel (Linke) hatte erklärt, es habe „keinerlei Versuch“ gegeben, die Vorwürfe zu vertuschen. Der Jugendklub bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Nagel geht derzeit juristisch gegen Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) vor. Die Jugendstadträtin wirft der Senatorin vor, öffentlich Falschbehauptungen über den Umgang des Bezirks mit dem Fall einer mutmaßlichen Vergewaltigung in einem Jugendzentrum in Neukölln aufgestellt zu haben.
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