Doch die Berliner Polizei hält dies für machbar und sieht sich gut vorbereitet. Auf einer Pressekonferenz am Donnerstag gaben sich Polizeipräsident Klaus Kandt und sein Einsatzleiter Siegfried-Peter Wulff zuversichtlich, dass die Probleme zu lösen seien. Auch Spontandemos in den vergangenen Jahren durch das Fest seien bewältigt worden, sagte Wulff. Der Protestzug soll nach Vorstellung der Veranstalter unter anderem durch die Naunynstraße ziehen.
Dort wird mehr Platz sein als vor den acht Bühnen, die sich an anderen Orten im Festgebiet befinden, hofft die Polizei. „Letztes Jahr haben wird die Eingänge zum Fest gegen 16 Uhr geschlossen, als der Bühnenbereich zu hundert Prozent ausgelastet war“, sagte Wulff. „Auch wenn am Rand noch Platz ist, werden wir wieder bei hundert Prozent im Bühnenbereich schließen.“ Die Teilnehmer der Demo will die Polizei da bereits einkalkuliert haben.
Keine Böller anzünden!
Große Sorge bereitet der Polizei eine mögliche Massenpanik, weshalb der Einsatzleiter an die Demonstranten appellierte, im Myfest keine Böller zu zünden. Nach dem Terroranschlag auf dem Breitscheidplatz müsse auch die Terrorismus-Gefahr bedacht werden, sagte Wulff. Deshalb werde es in diesem Jahr einen weiträumigen Sperrkreis geben, in den keine Lastwagen einfahren dürfen. Betonpoller sollen allerdings nicht aufgestellt werden, um im Fall einer Massenpanik Fluchtwege nicht zu blockieren. Stattdessen sollen Einsatzwagen der Polizei auf den Fahrbahnen als Sperren dienen.
Wie viele Menschen an den verschiedenen Demos teilnehmen werden, lässt sich laut Wulff schwer sagen. Die Polizei wird in Kreuzberg mit rund 4000 Beamten präsent sein. Berlinweit setzt sie 5500 bis 6000 Beamte ein. Beamte aus sechs Bundesländern und der Bundespolizei kommen zur Verstärkung.
„Die Polizei ist professionell vorbereitet, hat große Erfahrung und ist sehr besonnen“, sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD). „Sie ist auf alle denkbaren Szenarien gefasst. Ich hoffe trotzdem auf ein friedliches Fest.“
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