Die Drogeriemarktkette Rossmann hat ihre Mitgliedschaft im Verband Die Familienunternehmer gekündigt. Wie die Kette gegenüber der Deutschen-Presseagentur mitteilte, liegt der Grund dafür in der veränderten Haltung des Verbands gegenüber der AfD. „Wir unterstützen die Haltung des Verbands Die Familienunternehmer nicht und haben die Mitgliedschaft gekündigt“, teilte Rossmann der Zeitung mit. Zunächst hatte die Lebensmittel-Zeitung darüber berichtet.
Am Mittwochmittag gab auch das Unternehmen Vorwerk an, aus dem Verband auszutreten. „Vorwerk distanziert sich von den Aussagen des Verbands ‚Die Familienunternehmer‘ zum Umgang mit der AfD“, teilte der Hausgerätehersteller mit. „Für uns gilt unverändert: Die Positionierung von Unternehmen muss jederzeit klar auf demokratischen Grundwerten basieren.“ Vorwerk habe entschieden, die bereits seit längerer Zeit ruhende Mitgliedschaft im Verband nicht wieder aufleben zu lassen und auch formal aus dem Verband auszutreten. Damit verschärfte Vorwerk ein zuvor veröffentlichtes Statement, in dem sich das Unternehmen bereits kritisch geäußert hatte.
Am Montag wurde bekannt, dass der Verband seine bisherige Brandmauer-Strategie aufgibt. „Im Kern geht es um die Interpretation, was die Brandmauer zur AfD überhaupt ist beziehungsweise was sie bezwecken soll“, sagte Verbandspräsidentin Marie-Christine Ostermann.
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In mehreren Landesverbänden habe es ohnehin „diese Art der Brandmauer noch nie gegeben“, so Ostermann weiter. Der Lobbyverband vertritt rund 6500 Familienunternehmer aus ganz Deutschland. Darunter sind kleine Betriebe ebenso wie Weltkonzerne, darunter auch BMW. „Für uns war die Brandmauer eine totale Isolation der AfD“, die so weit ging, „dass wir AfD-Bundestagsabgeordnete prinzipiell nicht einluden“, fügte Ostermann hinzu. „Diese Art Kontaktverbot haben wir mit dem letzten Parlamentarischen Abend auf Bundesebene aufgehoben – in unseren Landesbereichen hat es diese Art der Brandmauer noch nie gegeben.“
Der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Albrecht von der Hagen, sagte einem Bericht zufolge auf dem Parlamentarischen Abend im Oktober, die Brandmauer gegen die AfD habe „nichts gebracht“. Weiter sagte er demnach: „Das Konzept, die AfD von allem auszuschließen, ist gescheitert. Wir verabschieden uns von den Brandmauern.“
Die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Katharina Dröge, lobte die Entscheidung Rossmanns. „Dass Unternehmen wie Rossmann klar Position beziehen und dem Verband der Familienunternehmer den Rücken kehren, ist ein wichtiges Signal“, sagte sie der „Bild“-Zeitung. „Der Verband der Familienunternehmer muss seinen fatalen Kurs korrigieren und den Beschluss zur Zusammenarbeit mit der AfD zurücknehmen.“
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Wirtschaftsverbände diskutieren Ende der Brandmauer zur AfD
Am Montag reagierte die Deutsche Bank auf die Einladung von AfD-Vertretern zu einer Veranstaltung des Verbands der Familienunternehmer in ihren Räumlichkeiten. Die Bank kündigte einen Vertrag für eine künftige Veranstaltung des Verbands. Der erste Parlamentarische Abend, auf dem auch AfD-Politiker eingeladen wurden, fand im Oktober statt. Der kommende parlamentarische Abend des Verbandes wird nicht mehr in den Räumlichkeiten der Deutschen Bank stattfinden.
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