Nach Attacken auf Passanten:

"Rudolf Heß" sitzt jetzt in U-Haft

Ein angeblich Verwirrter ist nun doch nicht verwirrt. Ein 44-Jähriger hatte in Friedrichshain vier Passanten verletzt. Er sagte, er heiße Rudolf Heß und handele "im Namen des Führers". Die Polizei hielt ihn zunächst für geistesgestört. Doch er ist gesund und sitzt nun in Haft.

Andreas Kopietz
2 Min

Der 44-Jährige, der am vergangenen Dienstag an der Holteistraße in Friedrichshain Passanten attackierte, sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Wie berichtet, hatte der 44-jährige Obdachlose an dem Tag gegen 7.45 an einer Straßenbahnhaltestelle drei Frauen und einen Mann angegriffen. Zunächst schlug er einer 19-Jährigen ins Gesicht und trat einer 26-jährigen Frau gegen den Oberschenkel. Dann sprühte er einem 25-Jährigen Pfefferspray ins Gesicht und verletzte mit einem Schraubendreher eine Mutter am Arm, die mit ihrem Kleinkind vorbeikam.

Bei seiner Festnahme stellte er sich den Polizisten mit dem Namen „Rudolf Heß“ vor und gab an, „im Namen des Führers“ zu handeln. Er wurde in eine Klinik gebracht und zunächst stationär behandelt. "Doch die Ärzte konnten bei ihm keine geistige Beeinträchtigung diagnostizieren", sagte ein Polizeisprecher am Freitag. "Eine stationäre Behandlung kam nicht weiter in Betracht." Beamte des Fachkommissariats beim Polizeilichen Staatsschutz nahmen deshalb den 44-Jährigen am Mittwoch fest. Er wurde am Donnerstag zur weiteren Entscheidung einem Richter vorgeführt, der Haftbefehl erließ. Der Mann ist bei der Polizei bereits wegen zahlreicher anderer Gewalt- und Drogendelikte bekannt.

Die Polizei sucht jetzt Zeugen der Taten an der Straßenbahnhaltestelle Holteistraße und eventuelle weitere Geschädigte, vor allem eine bislang unbekannte Zeugin auf einem Fahrrad, die vorher schon von dem 44-Jährigen angegriffen worden war. Hinweise nehmen das Landeskriminalamt unter der Rufnummer 030/4664 953310 oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

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