Nach seinem Besuch in China hat US-Präsident Donald Trump die japanische Regierungschefin Sanae Takaichi telefonisch über sein Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping unterrichtet. Beide Seiten bekräftigten nach Angaben Tokios das Bündnis zwischen den USA und Japan, wie etwa die Japan Times berichtete.
Trump habe sie an Bord der Air Force One angerufen und ihr eine ausführliche Darstellung seines Treffens mit Xi gegeben, sagte Takaichi demnach am Freitag vor Journalisten in Tokio. Das Telefonat fand wenige Stunden nach dem Ende des dreitägigen Aufenthalts Trumps in China statt. Beide Staatschefs hätten ein „unerschütterliches“ Bündnis zwischen Japan und den USA bestätigt, sagte Takaichi.
Die Ministerpräsidentin und Trump tauschten sich nach ihren Angaben über mehrere Aspekte im Verhältnis zu China aus, darunter Wirtschaft und Sicherheit. Beide hätten vereinbart, sich bei Fragen rund um den indopazifischen Raum eng abzustimmen. Auch der Krieg im Iran sei Thema gewesen, sagte Takaichi. Auf die Frage einer Reporterin, ob auch über Taiwan gesprochen worden sei, antwortete sie nicht. Trump habe sie unter der Bedingung informiert, dass das Gespräch vertraulich bleibe.
Trump äußert sich zu Taiwan-Frage
Trump selbst sagte vor Journalisten an Bord der Air Force One laut Japan Times, er habe mit Xi „viel über Taiwan“ gesprochen, sich aber selbst nicht festgelegt. Xi wolle „keinen Unabhängigkeitskampf sehen“, sagte Trump. „Ich habe mich dazu nicht geäußert, ich habe ihm zugehört.“
Nach einer von Pekings Außenministerium veröffentlichten Mitteilung warnte Xi am ersten Verhandlungstag, ein falscher Umgang mit der Taiwan-Frage könne dazu führen, dass die USA und China „aufeinanderprallen oder sogar in einen Konflikt geraten“. China beansprucht die demokratisch regierte Insel als Teil seines Staatsgebiets. Die USA unterhalten keine offiziellen diplomatischen Beziehungen zu Taiwan, sind aber gesetzlich verpflichtet, die Insel bei ihrer Selbstverteidigung zu unterstützen.
Belastetes Verhältnis zwischen Tokio und Peking
Das Verhältnis zwischen Japan und China ist seit Wochen angespannt. Auslöser waren Aussagen Takaichis im Parlament im November, wonach ein Konflikt um Taiwan eine „die Existenz bedrohende Lage“ für Japan darstellen könne. In einem solchen Fall könnten die japanischen Selbstverteidigungskräfte zur Unterstützung der USA und Taiwans eingesetzt werden.
Takaichi und Trump wollen sich nach ihren Angaben beim G7-Gipfel im kommenden Monat in Frankreich erneut treffen.
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