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Rückrunde

Tod von Kay Bernstein: So verlief der emotionale Abschied des Hertha-Präsidenten

Hertha BSC würdigt den verstorbenen Präsidenten auf eine ganz besondere Weise. Der Vorlauf zum Spiel gegen Fortuna Düsseldorf wird zu einer bewegenden Gedenkfeier im Olympiastadion.

Team News dpa
3 Min
Vor dem Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf zogen 7000 Menschen zum Olympiastadion

Vor dem Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf zogen 7000 Menschen zum Olympiastadion

© Christoph Soeder/dpa

Gedämpfte Musik wurde gespielt. Die Hertha-Profis machten sich in schwarzen T-Shirts mit dem Aufdruck „Wir Herthaner in tiefer Trauer“ warm. Im Mittelkreis lag ein rundes Transparent mit den gleichen Worten. Als der Song Imagine von John Lennon erklang, applaudierten die Hertha-Spieler den Fans, die applaudierten gedämpft zurück. Die Hertha-Hymne („Nur nach Hause gehen wir nicht“) wurde langsam intoniert. Zuvor waren rund 7000 Menschen in einem Trauermarsch schweigend zum Olympiastadion gezogen. Dort prangte ein riesiges Foto Bernsteins am Eingang zur Ostkurve.

Vor dem Anpfiff wurde eine Gedenkminute abgehalten. Hertha-Trainer Pal Dardai hatte Tränen in den Augen. Interimspräsident Fabian Drescher, Bernsteins Freund und bisheriger Stellvertreter, und Geschäftsführer Thomas Herrisch verfolgten die Zeremonie Arm in Arm auf der Tribüne.

„Kay war ein Mensch, der uns berührt hat. Er war ein Mensch, der nie von oben herab geredet hat. Er hat nie gefragt, was ist gut für Kay. Er hat immer gefragt, was ist gut für Hertha BSC“, sagte Hertha-Trainer Pal Dardai bei Sky. Auf Bernsteins Platz auf der Tribüne waren seine typische blau-weiße Club-Jacke, sein Megafon und weiße Rosen gelegt.

Todesursache Kay Bernstein: Suizid und Fremdverschulden ausgeschlossen

Die Fans waren schwarz gekleidet oder trugen die blaue Trainingsjacke des Fußball-Zweitligisten, die das Markenzeichen von Bernstein war. Der Präsident, der als Ultra und Vorsänger früher selbst in der Ostkurve stand, war am Dienstag im Alter von 43 Jahren gestorben. Nach der Obduktion des Leichnams gehen die Mediziner in einem vorläufigen Ergebnis von einer natürlichen Todesursache aus. Die genaue Ursache des Todes ist der Staatsanwaltschaft und den Medizinern bekannt, sie wurde aber aus Pietätsgründen nicht mitgeteilt. Suizid oder Fremdverschulden ist demnach ausgeschlossen.

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In der Ostkurve, wo Bernstein einst als Vorsänger der Ultras stand, war auf einem Banner zu lesen: „Wir gießen Deinen Baum mit unseren Tränen - In unseren Herzen wirst du ewig Leben“. Bernstein hatte nach seiner Wahl zum Präsidenten auf dem Vereinsgelände einen Baum gepflanzt - als „zartes Pflänzchen Hoffnung“ für den Club.

Aus der Kapelle des Olympiastadions wurde am Sonntag rund eine Stunde vor dem Anpfiff des Spiels (13.30 Uhr/Sky/RTL) eine Andacht übertragen. Pfarrer Bernhard Felmberg würdigte Bernstein als außergewöhnlichen Menschen, der den Verein und die Menschen in schwierigen Zeiten geeint habe.

Bernsteins Tod hatte bundesweit für große Anteilnahme gesorgt. Beim Karlsruher SC, der seit Jahrzehnten eine Fan-Freundschaft mit Hertha pflegt, gab es am Freitag ein großes Banner und eine Choreografie für Bernstein. Beim Spiel Schalke 04 gegen den Hamburger SV wurde für den Clubchef applaudiert. Auch in vielen anderen Stadien erinnerte die aktive Fan-Szene an ihn.

Die Hertha hatte ihre Fans am Sonntagmorgen mit einer E-Mail noch einmal auf einen besonderen Spieltag vorbereitet. „Unterstützt euch gegenseitig und seid empathisch, denn Trauerbewältigung ist individuell“, hieß es darin.

Am Donnerstag teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Oder mit, dass Bernstein an einem natürlichen Tod gestorben ist. Suizid oder Fremdverschulden sind demnach ausgeschlossen.

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