Brüssel

Nach Drohnenvorfällen in Belgien: Geheimdienste verdächtigen Russland – Moskau reagiert

Nachdem Flugverkehr und Militäroperationen wegen Drohnenvorfällen lahmgelegt worden waren, blicken belgische Geheimdienste nach Moskau. Die russische Botschaft weist die Anschuldigungen zurück.

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Belgiens Premierminister Bart De Wever. Er hat wegen der Drohnenvorfälle eine Sitzung des Nationales Sicherheitsrats einberufen.

Belgiens Premierminister Bart De Wever. Er hat wegen der Drohnenvorfälle eine Sitzung des Nationales Sicherheitsrats einberufen.

© John Thys/AFP

Hinter den jüngsten Drohnenflügen an belgischen Flughäfen steckt nach Ansicht von Geheimdiensten Russland. Das berichtet die belgische Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf entsprechende Quellen. Demnach sei die Regierung in Moskau für die Flüge verantwortlich, die den Flugverkehr und Militäroperationen in Belgien beeinträchtigt haben. Die Quellen sehen mehrere Anzeichen für eine ausländische Beteiligung.

Demnach flogen die Drohnen nachts in bestimmten Formationen in der Nähe kritischer belgischer Einrichtungen. Die Geheimdienste schlussfolgerten laut Belga, dass eine solche Aktivität „über die Fähigkeiten von Amateuren hinausgeht“.

Derzeit werden in Brüssel Gespräche über die Verwendung eingefrorener russischer Vermögenswerte zur Unterstützung der Ukraine geführt. Ein Großteil dieser Gelder wird in der in Brüssel ansässigen Euroclear-Verwahrstelle aufbewahrt.

Russland weist Vorwürfe zurück

Die russische Botschaft in Belgien hat gegenüber dem TV-Sender VRT die Anschuldigungen entschieden zurückgewiesen. „Russland hat keine Verbindung zu den Drohnen im belgischen Luftraum. Wir haben weder Grund noch Interesse daran, solche Drohnen zu starten“, erklärte die Botschaft demnach, wie auch die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass berichtete.

Man solle in solchen Fällen nicht die Spannungen schüren oder „Megafon-Diplomatie“ betreiben, sondern Kontakte und Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Behörden herstellen, wozu Moskau bereit sei. Die Botschaft wies zudem darauf hin, dass die belgische Regierung keine direkten Anschuldigungen gegen Russland erhoben habe. Es handele sich lediglich um unbestätigte Vermutungen.

Flughäfen und Militärstützpunkte betroffen

Was genau war geschehen? Am Abend des 4. November wurde der Flugverkehr an den Flughäfen in Brüssel und Lüttich aus Sicherheitsgründen eingestellt, nachdem Berichte über nicht identifizierte Drohnen in der Nähe eingegangen waren. In Brüssel wurden laut Belga 54 Flüge wegen des Vorfalls gestrichen.

Später wurden weitere verdächtige Drohnen über dem Militärstützpunkt Kleine-Brogel im Osten des Landes gesichtet, wo US-Atomwaffen gelagert werden sollen. Auch über dem Luftwaffenstützpunkt Florennes, auf dem kürzlich gelieferte US-Kampfjets vom Typ F-35 stationiert sind, wurden Drohnen beobachtet.

Angesichts der Drohnenvorfälle berief Belgiens Premierminister Bart De Wever für Donnerstag, den 6. November, eine Dringlichkeitssitzung des belgischen Nationalen Sicherheitsrats ein.

Erinnerungen an Vorfall in Polen

In Europa gab es zuletzt immer wieder Drohnensichtungen, unter anderem an Flughäfen. Die russische Botschaft erinnerte auch an Anschuldigungen im Zusammenhang mit einem Drohnenvorfall in Polen. Damals habe das russische Verteidigungsministerium trotz fehlender Beweise für eine Schuld Russlands angeboten, entsprechende Konsultationen mit den polnischen Kollegen abzuhalten. Diese Initiative sei jedoch ignoriert worden.

Die belgische Regierung hält sich bisher mit direkten Anschuldigungen zurück. Die Untersuchungen der Vorfälle dauern an.

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